Alles unter einem Dach – wir fangen im Keller an

„Warum sollen nur immer Schüler ihr Können im Theaterkeller unter Beweis stellen?“, dachte sich die Kulturfachschaft und organisierte einen heiter-besinnlichen Abend im Theaterkeller des Gutenberg-Gymnasiums.

„Alles unter einem Dach“ – das Motto der diesjährigen Projektwoche stand Pate für den Programmnamen. Die Vorbereitungen für die Veranstaltung liefen im März auf Hochtouren: Durch gezieltes Nachfragen im Lehrerkollegium konnten schnell diverse Programmpunkte gefunden werden.
Diese wurden von den Akteuren fleißig eingeübt und für die Aufführung vorbereitet. Die Plakate wurden liebevoll von Patricia Arste gestaltet und auch das darauf abgestimmte Bühnenbild wurde von ihr entworfen und umgesetzt. Der Abend wurde durch die Lehrerband The Johnny Goodhills mit „Valerie“ eröffnet. Nach der anschließenden Begrüßung durch die Schulleitung überraschten Annika Wickert-Kilincel und Annette Gregor mit einem gälischen Elfengesang, der von Patrick Kowalatis mit der Gitarre begleitet wurde.
Die zweite Nummer aktivierte das Publikum, das den Refrain von „I´m gonna be (500 miles)“ im Wechsel mit den Sängerinnen mitschmetterte. Im Folgenden begannen Verena Bartoszek und Michael Breidbach ihre Trilogie mit Sketchen aus dem Eheleben, wobei die Dialoge und Situationen die Zuschauer nicht selten an Begebenheiten zu Hause erinnerten und die Sketche so zu besonderer Erheiterung beitrugen. Darauf wurde es wieder musikalisch, denn der Vokalpraktische Kurs der Q1 führte unter der Leitung von Tina Weyand die Songs „Just give me a reason“ und „California dreaming“ auf. Im weiteren Verlauf des Abends rundete der Kurs seinen Auftritt mit „Take me to church“ ab. Auch Schulleiter Stephan Thies trug zu dem Abend bei und begann mit dem ernsteren seiner beiden Beiträge: Mit Hinweis auf den Bezug zur aktuellen Weltpolitik trug er das Gedicht „Wien – Heldenplatz“ von Ernst Jandl vor, unterstrichen von projizierten Bildern zum damaligen Ereignis.

Nach zwei weiteren Gedichten des Autors brachte schließlich der nächste Programmpunkt das Publikum zum Kochen: Marius Peukert, Florian Nimtsch, Rolf Höpfner, Bernhard Kurtz und Henryk Menzel hatten unter der Regie von Nicole Gebb eine kurze Episode aus Schwanensee einstudiert: Grazil tänzelte die Ballettgruppe ganz in schwarz gekleidet über die Bühne und machte dies so überzeugend, dass anschließend vehement eine Zugabe eingefordert wurde. „Das GuGy wird jetzt digital“ von The Johnny Goodhills rundete den ersten Teil der Veranstaltung ab und zeigte in ihrer umgetexteten Version von „Up where we belong“, dass die neuen Medien an der Schule angekommen sind. Im zweiten Teil überraschten Tina Weyand und Nicole Gebb, indem sie einen Stepptanz zu dem Lied „Je ne veux pas travailler“ aufs Parkett legten. Frau Drewe spielte unterstützt durch einige Kollegen eine Doppelstunde an einem Montagmorgen in ihrem Pädagogik-LK nach und erreichte damit besonders bei den anwesenden Lehrern großes Verständnis und Gelächter. Herr Thies zeigte bei seinem zweiten Auftritt, dass ihm auch heitere Gedichte liegen, indem er einige Verse von Ringelnatz zitierte. Den Abend rundeten schließlich The Johnny Goodhills alias Christian Bollermann am Bass, Ute Drewe am Tenor-Saxophon, Patrick Kowalatis an der Gitarre, Nadine Krippendorf am Piano, Ellen Meinecke am Alt-Saxophon und Tina Weyand mit ihrem Gesang ab. Sie spielten „Et gitt kei Wort von Kassalla“, ebenfalls umgedichtet aufs GuGy, so dass bei der anschließenden Zugabe auch das Publikum „Et gitt kei Wort, dat sage künnt, wat ich föhl, wenn ich ans GuGy denk“ begeistert mitsang. Bei den anschließenden Unterhaltungen in der Aula der Schule – Schüler der Q2 hatten dankenswerterweise das Catering für diesen Abend übernommen – waren sich alle einig: Die Programmpunkte waren allesamt gelungen, die Mischung sorgte für eine ausgeglichene Unterhaltung und eine außerordentlich gute Stimmung und der Theaterkeller war genau der richtige Rahmen für einen solch heiter-besinnlichen Abend. Der Kulturkeller soll auch in den nächsten Jahren wieder seine Türen öffnen und Eltern, Lehrer und Schüler zu unterschiedlichen Darbietungen einladen.

Anja Lange