„Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.“ – Das GuGy gratuliert dem Abiturjahrgang 2021!

Steine, um J. W. von Goethe zu zitieren, wurden dem Abiturjahrgang 2021 zuhauf in den Weg gelegt. Und dennoch – oder vielleicht genau deswegen? – konnte am 18.06.2021 103 Abiturientinnen und Abiturienten in einem feierlichen Rahmen der Nachweis über ihre Allgemeine Hochschulreife überreicht werden.

Lange war es unklar, ob und in welchem Rahmen eine Abiturfeier würde stattfinden können. Wie viele Personen würden teilnehmen können? Wo – wenn überhaupt – sollte gefeiert werden? Obwohl die Inzidenzzahlen zu Beginn der Planung noch so hoch waren, dass die Schulen im Rhein-Erft-Kreis noch komplett auf Distanz unterrichteten, wagte es das Abiballgremium und plante eine Alternative: Eine Abiturfeier unter freiem Himmel im Schlosspark Paffendorf. Dieses Wagnis wurde belohnt, ganz kurzfristig durfte sogar noch einmal die Teilnehmerzahl erhöht werden, sodass neben den Abiturienten ihre Familien, geladene Gäste und sogar alle Leistungs- und Grundkurslehrer mitfeiern konnten (natürlich alle nur mit Vorlage eines negativen Covid-19-Tests!).

Mit dem allen bekannten GuGy-Pausengong wurde der offizielle Teil des Nachmittags eingeleitet, durch den die beiden Moderatoren Lukas-Simon Lich und Mick Mandewirth kurzweilig führten. Sie erinnerten an die letzten anderthalb Jahre, die durch die Pandemie alles andere als normal gewesen seien und drückten ihre große Freude über die Möglichkeit, in diesem Rahmen feiern zu dürfen, aus.

Es ist nicht erstaunlich, dass der „Stein“ Covid-19 in allen folgenden Redebeiträgen erwähnt wurde. Aber alle Redner brachten mit großer Überzeugung zum Ausdruck, dass dieser Abiturjahrgang, der letztlich noch gebeutelter war als sein Vorgänger, die ihm in den Weg gelegten Steine weniger als Problem, sondern eher als Herausforderung betrachtet hat.

Bürgermeister Volker Mießeler wählte die Metapher eines bequemen bzw. unbequemen Stuhls. Wir alle säßen seit vielen Monaten fest. Eigentlich sollten die Abiturientinnen und Abiturienten den Ruf der Freiheit schon lange hören, stattdessen herrschte Unruhe, man habe sich mit dem Homeschooling einrichten und dieses geschnürte Korsett (er)tragen müssen. Aber: Es habe immer Hoffnung von Seiten der Schüler gegeben. Der Bürgermeister verwies auf die Konstanten im Leben der jungen Erwachsenen, ihre Eltern und Lehrer, die ihnen als Kompass dienten, sodass sie nicht die Orientierung verloren hätten. Er verwies darauf, dass der Abiturjahrgang 2021 ein Jahrgang sei, den man nicht vergessen werde. Viele Maßnahmen hätten ertragen werden müssen, man sei diesen Hindernissen aber mit Mut und Disziplin begegnet. Diese Situation sei unbequem gewesen, so Herr Mießeler. Er schloss seine Rede damit, die Abiturientinnen und Abiturienten zu ermutigen, zukünftig immer von unbequemen Stühlen aufzustehen, denn diese Hindernisse seien nicht selten die Vorstufe zum Erfolg.

Aus der Rede des Elternvertreters Dirk Vaas sprach unverkennbar großer Stolz auf diesen Abiturjahrgang, der aber auch auf sich selbst stolz sein könne. Durch Zielstrebigkeit und Mut erhielten die jungen Erwachsenen nun mit ihren Abiturzeugnissen die „Green Card“ fürs Leben. Herr Vaas forderte sie auf, nie ihre Träume aus dem Blick zu verlieren und sich immer zu trauen, neue Dinge auszuprobieren. Der Elternvertreter dankte der Schulleitung des GuGy, die durch das Schulministerium in den letzten Monaten der Pandemie vor immer neue Herausforderungen gestellt worden war. Ebenfalls betonte er die Leistung des Lehrerkollegiums, das das Unterrichten durch den ständigen Wechsel von Distanz-, Wechsel- und Präsenzunterricht neu erfinden musste. Die Pandemie habe Demut gelehrt und man habe einen anderen Blick auf das Wesentliche gewonnen. Herr Vaas sei aber froh, dass auch mit diesem Abiturjahrgang wieder junge Menschen aus der Schule entlassen werden, die die Chance haben, die Zukunft wieder in die richtige Richtung zu lenken. Der Funken Hoffnung, dass in Zukunft wieder mehr gehandelt werde statt nur zu reden, sei erkennbar.

Dirk Vaas‘ Schulzeit als Elternvertreter endet mit diesem Schuljahr. Zum Abschluss seiner Rede bedankte er sich für die gute Zusammenarbeit am GuGy und gratulierte dem Abiturjahrgang 2021 auch im Namen des Förderkreises und seiner Vorsitzenden Alexandra Pieck herzlich zum bestandenen Abitur.

Schulleiterin Anja Schwingel drückte ihre Hoffnung aus, dass die Abiturientinnen und Abiturienten in den vergangenen Jahren am GuGy ein Stück Heimat gefunden hätten. Nun würden sie in ihren weiteren Lebensweg starten, der von Begeisterung, Zuversicht und Willenskraft geprägt sein sollte. Junge Menschen würden in die Welt entlassen, denen man die Fragen der Zukunft anvertraue. Frau Schwingel blickte zurück auf die vergangenen 15 Monate, in denen das Lernen digitaler geworden sei. Die Arbeit mit Lernplattformen und Videokonferenzen wurde zur ungewohnten Normalität und schnell lernten die Schülerinnen und Schüler, sich durch Videofilter schön und klug in Szene zu setzen. Aber ist das nicht kritisch zu betrachten? Verschleiern wir damit nicht unsere Identität? Der Soziologe Heinz Abels formulierte, dass wir uns immer wieder neu erfinden müssten. Dem zustimmend riet Frau Schwingel den jungen Erwachsenen, nicht zu vergessen, wer sie noch sein könnten. Dies relativierend ermahnte sie aber auch, dass man sich nicht ständig neu erschaffen könne, auch wenn TikTok, Tinder & Co. dies suggerierten. Am Ende stehe immer der Mensch!

Frau Schwingel gratulierte den 103 Abiturientinnen und Abiturienten des GuGy von Herzen und erwähnte stolz, dass sogar 32 von ihnen einen Notendurchschnitt mit einer „1“ vor dem Komma erreicht haben.

Die Schülerrede hielten Dina Aissa, Johanna Lambers und Linda Wang. Sie blickten mit einem Tränchen im Auge auf ihre Schulzeit am GuGy zurück. Diese sei eine Zeit voller Höhen und Tiefen gewesen, eine wertvolle und prägende Zeit mit Höhepunkten wie der Skifahrt in der 7. Klasse sowie den Besinnungstagen in der 9. Klasse. In der Oberstufe seien die Seiteneinsteiger schnell integriert worden, auch wenn man schon in der Q1 durch die Pandemie wieder auf Distanz gehen musste und sich in der Regel nur noch digital gesehen habe: „Es hat Zoom gemacht!“ Aber Schule bedeute nicht nur Lernen, sondern auch Freunde fürs Leben zu finden. Die drei Rednerinnen äußerten ihren Stolz, alles gemeistert zu haben und forderten ihre Mitabsolventen dazu auf, niemals aufzugeben, sich niemals unterkriegen zu lassen. Denn „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.“, zitierten sie Johann Wolfgang von Goethe.

Die Stufentutorin Katrin Ebel zeigte sich von der Schülerrede und den musikalischen Beiträgen sehr gerührt: „Ihr seid eine Stufe voller Talente!“, fasste sie zusammen. Gemäß dem Abimotto „Welcome to Fabulous Abivegas – um jeden Punkt gepokert!“ stellte sie die Frage nach dem, was über Erfolg und Misserfolg entscheide. Für manchen sei die Wahl der Fächer ein Glücksspiel gewesen. Zum Erfolg habe aber auf jeden Fall die große Akzeptanz untereinander und das Miteinander der Schülerinnen und Schüler geführt. Es seien Freundschaften und bei manchen noch mehr entstanden. In diesem Jahrgang sei „AHA“ kein Ausdruck der Erkenntnis mehr gewesen, Negativ war das neue Positiv. Aber gemeinsam hätte die Stufe den Gegner Covid-19 besiegt. Frau Ebel bedankte sich bei ihrer Jahrgangsstufe für das in sie gesetzte Vertrauen und die vielen Gespräche. „Rien ne vas plus“ – Nichts gehe mehr, die Spielzeit für ihre Stufe am GuGy sei nun beendet. Frau Ebel wünschte den Abiturientinnen und Abiturienten, dass sie zukünftig immer die richtige Karte ziehen werden. Vielleicht sei manchmal ja sogar ein Joker dabei.

Musikalisch wurde das Programm des Nachmittags eindrucksvoll von zwei Beiträgen aus den Reihen der Abiturienten bereichert. Carina Mödder, Leela Scherbaum und Lukas-Simon Lich spielten und sangen „This is where the chapter ends“ und brachten damit ihre Wehmut, dass ihre Schulzeit nun vorbei ist, zum Ausdruck. „But I’ll always remember: We have had the time of our lives“ fassten sie zusammen. Mit „History“ blickten Katayun Mollasalehi und Plamedi Dilukila auf ihre gemeinsamen Jahre am GuGy zurück: „You and me got a whole lot of history… This is not the end.“, womit sie absolut recht hatten, denn jetzt geht es erst richtig los!

Dass die Abiturfeier im Schlosspark Paffendorf in diesem festlichen Rahmen stattfinden konnte, verdanken alle Anwesenden vor allem Emma Mertens und Larissa Vaas sowie ihren Vätern, die sich für die Organisation hauptverantwortlich zeigten. Ein weiterer Dank gilt Herrn Brandt und seinem GuGy-Technik-Team sowie den Abiturientinnen und Abiturienten, die noch am Freitagmorgen für die stilvolle Gestaltung gesorgt hatten.

Das Gutenberg-Gymnasium gratuliert mit großem Stolz dem Abiturjahrgang 2021, der trotz aller Covid-19-Steine erfolgreich war, um jeden Punkt gepokert und schließlich 103 Abiturzeugnisse in Empfang nehmen durfte. Herzlichen Glückwunsch und alles Gute auf eurem nun spannenden weiteren Lebensweg!

Text & Fotos: A. Gregor