Auf jüdischen Spuren durch Bergheim

Am 9. und 10. November 2021 nutzten Klassen und Kurse der Jahrgänge 6, 7, 8 und EF das Angebot der BERGHEIMAT (Museum der Stadt Bergheim) und ließen sich an vier Stationen in Bergheim (Historienbrunnen an der Georgskapelle, am Krankenhaus, an der Nepomukstatue auf der Erftbrücke und auf dem jüdischen Friedhof) Geschichten und Wissenswertes zum jüdischen Leben in Bergheim erzählen. Anlass dieses Angebots war das Jubiläumsjahr „1700 Jahre jüdisches Leben nördlich der Alpen“.

Was unsere Schülerinnen und Schüler an diesen Tagen erlebt und gelernt haben, erzählen sie hier selbst:

Liebe Leserinnen und liebe Leser,
Am 9.11.2021 hat unsere Klasse einen Ausflug gemacht. Doch dabei ging es nicht um einen normalen Ausflug in ein Museum, sondern um einen Unterrichtsgang innerhalb Bergheims. Mitarbeiter des Bergheimer Museumsvereins haben sich an vielen besonderen Orte in Bergheim verteilt und haben uns an diesen besonderen Geschichten erzählt, die damals geschehen sind. Dabei ging es um Juden, die in Bergheim gelebt haben und was mit ihnen geschehen ist. Es war sehr interessant zu sehen, wie die Mitarbeiter sich in die Rollen der damaligen Personen versetzt haben und das so glaubwürdig erzählt haben. Doch was ich am interessantesten fand, war, dass ich bis jetzt nicht wusste, dass Bergheim so viele besondere Erinnerungsorte hat, und nicht nur das, sondern auch, dass Bergheim so viele Spuren jüdischen Lebens hat. Dass ich so viel darüber erfahren habe, war ein tolles Erlebnis. Ich finde es sehr bemerkenswert, wie die Leute des Museums sich für uns eingesetzt haben, um uns davon zu erzählen. Die Mitarbeiter haben uns ein schönes Erlebnis ermöglicht. Ich danke dem ganzen Museum nochmal herzlich für dieses wundervolle Projekt.

Paulina B., 7e

Hallo liebe Leserin/lieber Leser,
heute möchte ich Ihnen/Euch von unserem Ausflug in die Bergheimer Innenstadt berichten, der sehr informationsreich und spannend war.
Als wir in der Stadt waren, wurden wir von einer netten Dame empfangen, die uns auf das Thema Juden in Bergheim eingestimmt hat und die uns erste grundlegende Infos gegeben hat, wie Juden sich zum Beispiel kleiden oder wie und wann sie beten. Sie lesen aus einer Schriftrolle, auch Tora genannt.
Insgesamt waren wir an 4 verschiedenen Stationen, an denen verschiedene Leute schon auf uns warteten und weitere interessante Infos gaben. Doch das taten sie nicht einfach so, sie haben sich in verschiedene Rollen versetzt und dann informationsreiche und auch gleichzeitig spannende Geschichten erzählt.
Viele Geschichten, die wir erzählt bekommen haben, waren nicht so schön, sondern eher traurig, da die Zeit des Nationalsozialismus für Juden schwierig und gefährlich war.
An der letzten Station wurde es bedrückend und auch etwas traurig, denn wir waren auf einem Friedhof. Doch das Spannende war, dass es nicht ein normaler Friedhof war, sondern ein alter jüdischer, wo die Grabsteine nicht nur mit Inschriften in Hebräisch versehen waren, sondern auf ihnen auch weiße Kieselsteine zum Gedenken abgelegt waren.

Talia K., 7e

Am 9.11.2021 haben die Klasse 7a, ihre Lehrerin Frau Bierkamp und ihr Lehrer Herr Malsbenden an einer Stadtführung durch Bergheim teilgenommen, um mehr über das Judentum zu erfahren. Die Führung war in mehrere Stationen aufgeteilt, an diesen Stationen waren immer ein bis zwei Personen. Diese haben uns dann immer etwas über ihren Standpunkt erzählt. An der ersten Station haben wir erst mal eine Einführung ins Thema der Führung bekommen, zum Beispiel das Zeichen, woran man früher die Juden erkannt hat. Das Zeichen war ein Stern, dieser bestand aus zwei Dreiecken, außerdem hatte er sechs Zacken. Zusätzlich haben wir auch etwas über das Zeichen der Christen und der Muslime erfahren. Für die Christen steht ein Kreuz und für die Muslime ein Mond und ein Stern. Wir haben auch erfahren, dass Juden samstags in die Synagoge gehen, wie Christen sonntags in die Kirche und Muslime freitags in die Moschee. Juden lesen aus der Tora, die Tora ist eine alte Schriftrolle. Diese ist auf Hebräisch geschrieben, deshalb lernt jeder Jude Hebräisch, manche in der Schule, andere nach der Schule. In Frankfurt gibt es zum Beispiel eine Schule nur für Juden. Diese ist speziell von der Polizei geschützt, da es leider heute noch Anschläge auf Juden gibt wegen ihrer Religion. An der zweiten Station haben wir einen Mann getroffen, der uns aus der Sicht des Freundes eines Juden erzählt hat. Außerdem hat er uns gezeigt, wo eine Synagoge in Bergheim gestanden hat und wie diese aussah. An der dritten Station haben wir eine Frau getroffen. Diese hat uns aus der Sicht einer Ehefrau der damaligen Zeit erklärt, wie sie gelebt hat, wie die Nazis auf ihren Mann losgegangen sind. Sie hat berichtet, dass die Nazis damals ins Restaurant gekommen sind und verlangt haben, dass sie den Namen ändern, sodass dieser deutsch klang. Ihr Mann habe sich aber der Aufforderung widersetzt. Daraufhin wurde ihr Restaurant zerstört und ihr Mann kam für einige Zeit in Haft, da sie nicht nur den Namen nicht ändern wollten, sondern auch Juden vor den Nazis versteckten. Die Nazis waren eine Gruppe von Deutschen, die keine Juden im Land haben wollten, und sie versuchten, diese mit allen Mitteln aus dem Land zu kriegen. Als letztes waren wir dann noch auf dem jüdischen Friedhof. Dort haben wir einen Mann getroffen, der uns erzählt hat, dass man ans Grab keine Blumen, sondern einen Stein legt. Außerdem glauben Juden daran, dass man erst tot ist, wenn niemand mehr an einen denkt. Die letzte Beerdigung fand im Jahr 1930 statt. Alle Grabsteine wurden auf Hebräisch geschrieben, es stehen immer Inschriften wie „Ruhe in Frieden“ oder „Bis wir uns wiedersehen“ darauf.
Ich fand es sehr interessant und habe einiges dazugelernt. Einige Sachen wusste ich gar nicht, wie zum Beispiel, dass mal eine Synagoge in Bergheim stand, ich konnte es mir auch gar nicht richtig vorstellen. Ich dachte bisher immer, dass Juden nur eine Religion sind, aber sie sind ja auch eine Gemeinde. Mehrere Dinge habe ich auch gar nicht vorher bemerkt, wie den Friedhof oder die Statue in der Innenstadt. Die meisten Juden leben heute in Amerika und in Israel. In Israel ist der Davidstern sogar auf der Flagge zu sehen.

Kyra T., 7a

Texte: Paulina, Talia, Kyra, A. Gregor
Bilder: S. Bierkamp, A. Gregor