China-Austausch 2019

Zu Beginn des Schuljahres war es wieder soweit: Zehn Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 9, EF und Q1 nahmen am Austauschprogramm mit unserer Partnerschule in Peking teil. Dieses Mal war die Reise ganz besonders: denn unsere Schulen feierten das 10-jährige Jubiläum des China-Austausches. 
Gut organisiert starteten wir unsere Reise am Freitag, den 13. September, morgens vom Kölner Hauptbahnhof mit dem ICE zum Frankfurter Flughafen. Von dort aus ging es leicht verspätet mit dem Flugzeug nach Wien. Dadurch hatten wir vor Ort nur 30 Minuten Umsteigezeit. Ende gut, alles gut! Wir erreichten unsere Maschine nach Peking und verbrachten einige Stunden über den Wolken. Durch die Zeitverschiebung landeten wir in Peking oder Beijing – wie die Chinesen zu sagen pflegen – am Samstagmorgen.

Samstag, 14. September Ankunft in Beijing
Nach insgesamt 11 Flugstunden waren wir sehr glücklich, am Beijing Capital International Airport angekommen zu sein. Obwohl wir alle hundemüde waren, war es erst 8:45 Uhr Ortszeit und die Lehrer hatten für uns ein herausforderndes Tagesprogramm geplant. Nach unendlichem Warten am Gepäckband war klar – unsere Koffer hatten den Weg noch nicht bis Beijing geschafft. Also machten wir uns leichten Fußes (ohne Koffer) auf den Weg mit dem Airport Express und der U-Bahn zu unserem Hotel. Begrüßt wurden wir dort mit einem traditionellen chinesischen Tee.

Anschließend ging es auf Erkundungstour zum Konfuzius-Tempel. Fast jede(r) von uns brauchte zwischendurch zwar einen Powernap, schließlich siegte aber doch der Hunger und wir wollten Essen gehen. Allerdings erwies sich die Rückfahrt zum Hotel als Abenteuer, da ein Großteil der Innenstadt für eine Übung zur 70-Jahrfeier der Volksrepublik China gesperrt wurde und wir uns einen Weg durch Absperrungen bahnen mussten. Doch wir erreichten ein Restaurant, in dem wir mithilfe unserer sprachkundigen Mitschülerin Runtian und den Speisekarten im Bilderbuchformat ein leckeres Abendessen genossen. Alle waren sich einig, dass der gebratene Reis und die gewählten Gerichte vorzüglich schmeckten. Nachdem dann alle wieder im Hotel waren, fielen wir schnell und müde in unsere Betten.

Sonntag, 15. September
Am Sonntag, den 15.09.2019 hatte Runtian Geburtstag, welcher mit einem super süßen Bärchen-Kuchen am Frühstückstisch gefeiert wurde. Das Frühstück war reichlich, insbesondere die Vielfalt an chinesische Spezialitäten, die unglaublich gut schmeckten. Zudem gab es eine große Auswahl an Obst. Gegen Mittag machten wir uns auf zum Himmelstempel (Tiāntán), zu dem wir einige Stationen mit der U-Bahn fuhren. Wir versammelten uns kurz an einem ruhigen Platz, an dem wir mehr über den Himmelstempel erfuhren. Nach anschließender kleiner Pause führten wir unseren Rundgang bis zum „Mittelpunkt des Universums“ fort, erkundeten einige Tempelhallen und gingen schließlich wieder zum Eingang, durch den wir hineingekommen waren.
Dort legten wir eine weitere Pause ein, denn wir hatten zwei Schülerinnen auf der Anlage verloren und der Eingang diente als besprochener „Notfalltreffpunkt“. Da sie sich verlaufen hatten, sammelten unsere Lehrer die beiden wieder ein.
Nach gut zwei Stunden waren wir wieder alle zusammen und machten uns auf den Weg zurück zum Hotel. Zwischenzeitlich hatten wir die gute Nachricht erhalten, dass unsere Koffer angekommen waren und das hieß: endlich frische Klamotten!
Am Ende des Tages gingen wir noch Essen, nachdem unsere Lehrer aufgrund von erneuten Straßensperrungen ein Restaurant ausfindig gemacht hatten.

Montag, 16. September
Am Montag, den 16. September 2019 wurden wir um 9.00 Uhr mit einem Reisebus an unserem Hotel abgeholt und zur Pingguoyuan High School gefahren. Als wir dort ankamen, gab es um ca. 10.00 Uhr eine Willkommenszeremonie, in der die Schulleiterin und Frau Hannappel eine Rede hielten. Nach der Zeremonie sahen wir endlich unsere Gastschüler, die uns die Schule zeigten. Anschließend gab es um 11.30 Uhr Mittagessen in einem nahegelegenen chinesischen Restaurant. Danach fuhren wir wieder zurück zur Schule und es warteten professionelle Make-Up Artisten auf uns, die uns in das Zeitalter der Han-Dynastie zurückversetzten. Sie verkleideten und schminkten uns und fügten zum Teil sogar ganze Perücken und Haarextensions hinzu. Es folgte ein Fotoshooting für alle. Um ca. 17.00 Uhr waren wir pünktlich zum Schulschluss fertig. Am Tor standen schon die Gasteltern und warteten darauf, uns kennenzulernen. Freundlich wurden wir empfangen und die meisten gingen zum Tagesausklang gemeinsam mit der Familie essen.

Dienstag, 17. September
Das Programm des heutigen Tages fing um viertel vor acht mit einem psychologischen Spiel an, an dem wir mit unseren Austauschschülern teilnahmen, um uns untereinander besser kennenzulernen.
Um halb neun ging es weiter mit der täglichen „Morning Exercise“. Das heißt alle Schüler der Schule stellen sich klassenweise auf und joggen im Gleichschritt zehn Minuten um den Sportplatz. Wir Austauschschüler stellten uns mit unseren Partnern auf und machten mit. Im Sommer werden anstatt des Laufens Übungen auf dem Sportplatz gemacht, im Winter wird hingegen noch länger gelaufen.
Unser nächster Programmpunkt war der Biologieunterricht, der thematisch eher unserem Chemieunterricht nahekäme. Die Aufgabe war es, zusammen mit dem Austauschpartner einen Lippenbalsam aus natürlichen Produkten wie Bienenwachs, Olivenöl und Kakaobutter herzustellen.
Am Anschluss wartete dann ein Basketball Coach in der Basketballhalle auf uns, um uns Tricks mit dem Ball zu zeigen und kleine Spiele mit dem Ball vorzuführen, was viel Spaß machte und sehr abwechslungsreich war.
Nach dem Mittagessen und einer kleinen Pause lernten wir den Englischunterricht in China kennen und durften auch mitmachen. Das Thema der Stunde lautete „deutsche, chinesische und internationale Feste“. In Gruppenarbeit mit den chinesischen Schülern haben wir einen Feste-Kalender erstellt und viel über chinesische Feierlichkeiten, wie das Mitte-Herbst-Fest oder das Drachen-Boot-Fest gelernt. Die Chinesen auf der anderen Seite haben mehr über deutsche Feste, wie das Oktoberfest oder Allerheiligen, erfahren.
Der letzte Programmpunkt des Tages bestand darin, eine Grundschule in der Nähe zu besuchen. Zu allererst haben uns die Kinder Tänze in traditionellen Gewändern aufgeführt, die sie einstudiert hatten. Nach der Vorstellung versuchten die Kinder, uns etwas beizubringen und danach konnten wir Masken nach einer bekannten chinesischen Fernsehserie bemalen, was teilweise echt schwierig war.
Damit war der Tag auch schon zu Ende. Wieder zurück an der Schule gingen wir dann mit unseren Gastschülern nach Hause.

Mittwoch, 18. September
Der Mittwochmorgen begann, wie der Tag zuvor, mit einem kurzen Treffen und dem morgendlichen Lauf auf dem Sportplatz. Es folgte eine Kunststunde, in der wir gegenseitig unsere Gesichter nach dem Vorbild chinesischer Masken anmalten. Das machte sehr viel Spaß und die Ergebnisse sahen bei den meisten auch echt toll aus.
Danach hatten wir deutschen Austauschschüler eine so genannte „Pyrography“-Stunde. Dort brannten bzw. malten wir mit einem Brenn-Stift und Wassermalfarben auf ein Stück Holz einen Ast mit Äpfeln. Die harte und präzise Arbeit hat sich jedoch sehr gelohnt. Am Ende waren wir alle sehr stolz auf unsere Kunstwerke.
Nach dem Mittagessen ging es weiter mit einer „Puppenschattenspiel-Stunde“. Zu Beginn sahen wir deutschen und auch die chinesischen Austauschschüler uns drei kurze Filmausschnitte an und sollten diese danach mit handgefertigten Schattentheater-Puppen nachspielen. Das war ziemlich lustig, jedoch nicht so einfach, wie man es sich vorstellt.
Das Highlight des Tages war der Besuch eines Kindergartens. Dafür, dass die Kinder noch so klein waren, waren sie schon sehr diszipliniert. Das Spielen mit den chinesischen Kindern machte uns allen sehr viel Freude und ich denke, den Kindern auch! Da fiel es natürlich schwer, wieder Abschied von den Kleinen zu nehmen. Jedoch ging es für uns schon wieder zurück zur Schule, damit wir mit unseren Gastschülern zurück in die Gastfamilien konnten.

Donnerstag, 19. September
Wir trafen uns am Donnerstagmorgen zunächst um 7:00 Uhr in unserem Versammlungsraum in der Schule. Nach einstündiger Pause kam unser Bus und wir starteten mit allerlei Verpflegung zum ersten Programmpunkt des Tages, der verbotenen Stadt im Zentrum Pekings. Dort zeigte uns unser chinesischer Tourguide viele interessante Winkel und konnte uns ziemlich alles über das Leben der damaligen Kaiser erzählen. Danach fuhren wir weiter zum zweiten Punkt unseres Ausflugs: dem Sommerpalast. Auch dort wurden wir herumgeführt und erhielten die wichtigsten Informationen über die Sehenswürdigkeit. Natürlich blieb etwas Zeit, das große, am See gelegene Gelände selbst zu erkunden und einige Fotos zu schießen. Anschließend fuhren wir wieder zu der Schule, von wo aus wir einen kleinen Ausflug in eine Mall machten. Um ca. 17.00 Uhr hatten unsere Austauschpartner Schulschluss und wir gingen wieder mit ihnen zu unserer Gastfamilie und verbrachten den Abend auf unterschiedliche Art und Weise.   

Freitag, 20.September
Am Freitag, den 20.09.2019 machten wir einen Ausflug zur Chinesischen Mauer. Nach einer gar nicht so langen Busfahrt kamen wir dort mit unseren Austauschschülern und unseren Lehrern an. Dort teilten wir uns in 2-3 Schüler großen Gruppen auf und durften die Chinesische Mauer auf eigene Faust erkunden. Der steile Marsch ging zwar sehr auf die Beine, aber es machte einen Heidenspaß. Dieser Tag war in meinen Augen das Highlight, weil es uns, also alle Schülerinnen und Schüler untereinander, als Gruppe zusammenbrachte. Wir halfen uns gegenseitig, die große Mauer zu erklimmen und hatten einen unglaublich schönen Tag bei bestem Wetter.
Am Abend stellten wir in der Schule gemeinsam traditionelle „Moon-Cakes“ her und feierten die 10-jährige Deutsch-Chinesische Freundschaft mit einigen Reden und einer riesigen Torte.

Samstag, 21. September
An diesem Tag war der einzige Tag während des Austausches, an dem wir frei hatten und die Zeit mit unseren Gastfamilien zubringen durften. Deshalb fuhr ich mit meinem Austauschschüler Addy Zhang in eine Einkaufsmeile, wo wir uns dann mit vier Freundinnen trafen und einkaufen gingen. Nachdem wir durch einige Läden gezogen waren, machten wir dann eine kleine Tretbootfahrt über einen See. Daraufhin verabschiedeten wir uns und gingen in ein Restaurant essen. Wir verspeisten Dumplings (eine bestimmte Art von gefüllten Klößen), Nudeln mit einer sehr scharfen Soße und Algen. Vor allem die Algen waren lecker gewürzt. Nachdem wir dann mit der U-Bahn zurück zu seinem Zuhause gefahren waren, spielten wir noch ein traditionelles Schach, das komplett anders aufgebaut war, als das, was wir hier kennen. Es gab nur vier Bauern und jede der anderen Figuren hatten eine individuelle Rolle. Erst zu einer fortgeschrittenen Uhrzeit gingen wir dann ins Bett, nachdem wir unsere Gastgeschenke ausgetauscht und ich meinen Koffer zu Ende gepackt hatten.

Sonntag, 22.September
Heute hieß es, Abschied nehmen. Um 6:30 Uhr trafen wir uns an unserer Partnerschule und machten noch ein letztes großes Abschiedsfoto. Einigen kullerten die Tränen, doch wir konnten keinen in Peking lassen und so fuhren wir schon bald mit dem Bus zum Flughafen. Von dort aus ging es wieder 10 Stunden zurück nach Wien und 1 1/2 Stunden später dann weiter nach Frankfurt. Was für eine Erleichterung, als wir mit unseren Koffern den ICE nach Köln nahmen. Hier sollte nun am Sonntagabend unser Abenteuer Chinaaustausch, erster Teil, enden. Glücklich und müde freuten wir uns auf unser Bett zu Hause und konnten schon mal davon träumen, was uns erwartet, wenn nächstes Jahr die Chinesen kommen.“

Text: Tobias, Lea, Lillyane, Laura B., Maike, Antonia, Laura S., Tiara, Jakob, Runtian
Fotos: A. Hannappel

sdr