Das GuGy gratuliert: 99 Schülerinnen und Schüler feiern ihr bestandenes Abitur

Die Bühne des Medio.Rhein.Erft ist festlich geschmückt. Ein Rednerpult und einige Mikrofone und Instrumente warten auf die Beiträge der folgenden drei Stunden. Aber noch ist es ruhig, denn sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Gäste stoßen in diesem Augenblick im Foyer mit Sekt und Orangensaft auf das
bestandene Abitur
an.

Es ist ein buntes und zugleich feierliches Bild, das die frischgebackenen Abiturienten in ihren Anzügen und Abendkleidern abgeben. „So richtig bestanden scheint das Abitur aber erst zu sein,“, so Schulleiter Thies in seiner später gehaltenen Rede, „wenn alle in ihren Schuhen die Treppe zur Bühne erklommen haben.“

Hoch sind die Absätze der meisten Schuhe (zumindest die der Abiturientinnen), ebenso aber ist es der Schulabschluss, den diese jungen Menschen nun erworben haben: „Der höchste Schulabschluss in unserem Land: das Abitur.“, formuliert Herr Thies. Den Auftakt zum Abiball im oberen Saal des Medio.Rhein.Erft macht der Vokalpraktische Kurs, bestehend aus Abiturientinnen und Abiturienten, die sich noch einmal mit Frau Weyand, ihrer Lehrerin, zusammengefunden haben. Schnell kehrt bei „Read all about it“ von Emelie Sandé und „Wir sind groß“ von Mark Foster Ruhe im Saal ein. Souverän moderiert wird der Abend von Julia Hoffmann und Jakub Kużmicki, die auch dafür sorgen, dass immer die richtigen Redner am Rednerpult stehen. Gewürdigt werden die Leistungen der Abiturientinnen und Abiturienten zunächst von der Bergheimer Bürgermeisterin Maria Pfordt, die die jungen Erwachsenen dazu auffordert, mutig zu sein: „Erhalten Sie sich ein Stück utopische Neugier!“ empfiehlt sie an diesem Abend. Unterstützt wird dieses Anliegen von Herrn Vaas, dem Elternvertreter des Gutenberg-Gymnasiums, und Herrn Stassen, einem Schülervater: „Macht das, was euch glücklich macht, und schaut nicht in erster Linie auf die Kohle!“. Die Stufenkoordinatoren Tina Weyand und Niels Menge wagen einen Rückblick auf die vergangenen drei Jahre. Sie haben mit ihrer Stufe viel erlebt: kreative Entschuldigungsverfahren für versäumten Unterricht („Das ist aber auch schwierig!“) oder mindestens so kreative Menüvorschläge auf der Stufenfahrt in Rom. Wichtig ist aber vor allem, dass alle Schülerinnen und Schüler („Wirklich alle!!!“) am Ende der Veranstaltung einen Briefumschlag mit ihrer Adresse abgeben. Herr Menge kennt seine Schützlinge, er wiederholt es mehrmals, untermalt es gestisch und erntet verständnisvolles (und vielleicht selbstkritisches?) Lachen aus dem Publikum. Nach weiteren musikalischen Beiträgen von Esra Kocaman und Amani Obeid sowie der Band Skitch4 ist es endlich soweit: Die Abiturientinnen und Abiturienten erhalten ihre Zeugnisse. Begleitet von selbst ausgewählter Musik kommen sie nacheinander auf die Bühne und dürfen endlich ihre Abiturzeugnisse in Empfang nehmen. Dass unsere Schülerinnen und Schüler in den Jahren am GuGy nicht nur Schulstoff gelernt haben, sondern auch Gelegenheit hatten, sich selbst zu verwirklichen, zeigt ihre Musikauswahl: Ob „Kölsche Jung“ von Brings, „Slipping through my fingers“ von ABBA oder Titel, deren musikalische Zuordnung so manch einem Nicht-Schüler schwerfällt – so unterschiedlich wie die Musik, so unterschiedlich sind die jungen Menschen, die nun das GuGy verlassen. Und es ist gut, dass die jungen Erwachsenen ihre Meinung haben und sie äußern dürfen. Ganz im Gegensatz zu einem jungen Mann, der 1983 in der DDR eine Abiturrede hielt und kritisch sagte: „Man kann eine Sache auch 20 Jahre lang falsch machen!“ Herr Thies ist es, der aus dem Spiegel-Artikel zitiert, und die GuGy-Abiturienten dazu auffordert, kritisch zu sein und nicht den Mund zu halten. In ihren Wortbeiträgen weisen die ehemaligen Schülerinnen und Schüler, unter anderem Laura Tempel und Niklas Zewe, wiederholt darauf hin, wie groß der Zusammenhalt in ihrer Stufe war. Dafür sind sie dankbar. Um sich daran zu erinnern, erhält jeder Abiturient eine DVD mit einem Film der Mottowoche und dem Abi-Gag. Nicht zu vergessen ist die Abizeitung, in der jeder verewigt wurde. Muhammad [Ali] Abi – 12 Jahre durchgeboxt: 99 von 99 Schülerinnen und Schülern haben ihr Abitur bestanden.

Das Durchboxen war erfolgreich und wir wünschen allen Abiturientinnen und Abiturienten viel Erfolg, Glück und Gesundheit für die nun folgenden Jahre außerhalb des GuGy-Nests.
Seid mutig, kritisch, selbstbewusst und findet euren Weg!

Annette Gregor