Der deutsch-französische Tag am 22.1.

Dieses Jahr  fand am 22. Januar der 18. deutsch- französische Tag statt, der die seit vielen Jahren bestehende Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland feiert. Dieses Datum ist in der deutsch-französischen Geschichte ein ganz besonderes Datum, denn nach dem Zweiten Weltkrieg unterzeichneten Konrad Adenauer, der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, der von 1949 bis 1963 regierte, und Charles de Gaulle, der damalige französische Staatspräsident, am 22. Januar 1963 im Pariser Élysée-Palast den Freundschaftsvertrag zwischen beiden Ländern.    

Nach 40 Jahren, im Jahr 2003, riefen der siebte Bundeskanzler, Gerhard Schröder, und der Staatspräsident von Frankreich, Jacques Chirac, den ersten deutsch-französischen Tag aus.

Darüber hinaus bekräftigten die jetzige Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Émmanuel Macron im Jahr 2019 mit dem Vertrag von Aachen die enge Zusammenarbeit beider Länder und beschlossen auch die Gründung des deutsch–französischen Bürgerfonds.

Der Élysee-Vertrag wurde erst nach 23 kriegerische Konflikten und  drei Kriegen mit mehreren Millionen von Toten aufgestellt.

Der erste Krieg fand 1870/71 statt, der zweite begann im Jahr 1914 und schließlich kam es im Jahr 1939 zum Zweiten Weltkrieg.

Im Ersten Weltkrieg (1914 bis 1918) kam es zu erbitterten Schlachten zwischen den Deutschen und den Franzosen. Besonders tragisch, grausam und verlustreich ist die Schlacht um Verdun mit vielen Tausend Gefallenen. Heute erinnert ein riesiger Friedhof an diese Schlacht

Im Zweiten Weltkrieg (1939–1945) marschierten deutsche Truppen im Jahr 1940 in Paris ein. Frankreich wurde in eine besetzte Zone (zone occupée) und eine freie Zone (zone libre) aufgeteilt, getrennt von der ligne de démarcation. Im besetzten Frankreich regierte das von Nazi-Deutschland kontrollierte Vichy-Regime. Von London aus rief General Charles de Gaulle im Jahre 1940  über das Radio die Franzosen zum Widerstand (Résistance) gegen das Nazi-Regime auf. „Vive la France libre!“

Nach fürchterlichen sechs Jahren Krieg waren die Fronten zwischen Frankreich und Deutschland ziemlich verhärtet und es herrschte großes Misstrauen. Doch bereits 1951 wurde die CECA, also die Gemeinschaft für Kohle und Stahl eingeführt, die die wirtschaftliche Zusammenarbeit der beiden Länder garantiert. Sie gilt übrigens als erster Vorläufer unserer heutigen EU!

Le Traité de l’Élysée gilt als Beginn der deutsch-französischen Freundschaft. Um die Beziehungen zu stärken, einigte man sich auf eine Zusammenarbeit in den drei Bereichen Außenpolitik, Verteidigung und Bildung und Jugend. Darüber hinaus gibt es ebenso einige Organisationen wie das DFJW (Deutsch-Französisches Jugendwerk) oder auf französisch das OFAG (Office franco-allemand pour la jeunesse), das viele Jugendaustausche organisiert. Für Studenten gibt es auch die deutsch-französische Hochschule und für Fernsehliebhaber den Sender Arte. Hinzu kommt auch, dass heute in den deutschen Schulen Französisch unterrichtet wird genauso wie in Frankreich Deutsch.

 

Samia, Klasse 8