Deutsche Schülerakademie in Torgelow 2012

In den Sommerferien 2012 hatte ich die Ehre an der Deutschen Schülerakademie in Torgelow, einem kleinen Ort in der Nähe von Berlin, teilzunehmen. Zuvor wurde ich gefragt, ob ich im Namen des Gutenberg-Gymnasiums an der Bewerbung teilnehmen möchte, da eine eigene Bewerbung nicht möglich ist. Nachdem ich einige Wochen voller Erwartungen hinter mir hatte, kam dann der entscheidende Brief mit der Zusage zur Teilnahme am Kurs 7.2 Sonne + Sand = Strom. Behandelt werden sollten Themen, die in Verbindung mit Solarzellen stehen, sprich Halbleiterphysik, Elektrotechnik, usw. Mit diesem Brief kam in einem die Bitte ein Referat vorzubereiten zu einem der 18 Wunschthemen.

Als ich diese Liste durchging wurde mir klar, was mit Hochschulniveau gemeint war, denn es ging weit über das hinaus, was in der Schule gemacht wird. Auch nach einiger Recherche konnte ich das Gefühl nicht loswerden nicht genügend vorbereitet zu sein. In den vorgeschlagenen Büchern wurde man förmlich von den Formeln erschlagen… Als es dann soweit war trat ich meine Zugreise Richtung Torgelow an. Natürlich mit Gedanken verbunden, wie „Was für Leute werde ich dort antreffen?“, „Was werden wir dort machen?“ oder „Wo lande ich da eigentlich?“ (denn auf Google Maps war nichts zu sehen, außer Wald und Feld in großem Umkreis). Dennoch sollte die Akademie in einem Privatinternat stattfinden.

Natürlich habe ich mir dieses im Internet vorher angeschaut und fand eine wunderschöne Anlage vor. Das „Privatgymnasium Schloss Torgelow“ war an einem See gelegen, hatte einen eigenen Sportplatz mit Sporthalle, wunderschöne Grünanlagen und versprach vieles. All diese Versprechen konnten gehalten und sogar übertroffen werden. Die Mecklenburgische Seenplatte punktet mit ihrer Landschaft, in der das Schloss Torgelow gut hineinpasst. Nachdem sich die Akademie und Kursleiter vorgestellt hatten, fanden wir uns abends noch kurz in unseren Kursen ein. 16 Schülerinnen und Schüler waren in meinem Kurs, der von zwei Doktoranten unterrichtet worden ist, von der Uni Aachen und Dresden. Über die 16 Tage verteilt lief es so ab, dass zu jedem Thema ein Referat gehalten wurde und anschließend unsere zwei Lehrkräfte die schwierigen Dinge ergänzten bzw. Fragen zu den Themen beantworteten. Schnell merkte ich, dass alle meine Befürchtungen völlig fehl am Platz waren. Alles wurde schlüssig und man konnte in wunderbarer Lernatmosphäre alles schnell verinnerlichen. Zwischendurch kamen aber natürlich auch Experimente zum Einsatz. Wir haben den Stromkreis einer Solarzelle simuliert, Computersimulationen programmiert, Messungen mit richtigen Solarzellen gemacht und als Highlight ein Solarboot und ein Solarauto gebaut.

Diese wurden von uns selber verschaltet, verlötet und sogar die Karosserie selber geformt. Natürlich sollte aber nicht nur das Lernen im Vordergrund stehen sondern auch die Freizeit, in der kursübergreifende Angebote in allen erdenklichen Bereichen angeboten worden sind. Man konnte Tanzkurse belegen, Fußball, Handball, Volleyball, Baseball oder Badminton spielen, in der fantastischen Natur joggen, auf dem See rudern und noch viele weitere Sachen. Es gab sogar einige Mitternachtsturniere, die einem den letzten verbliebenen Schlaf nahmen. Zum Ende sollten nämlich von jedem Kurs eine 25-30 seitige Dokumentation eingereicht werden, die in wissenschaftlicher Form das beschreiben, was wir in den zwei Wochen behandelt hatten. Doch auch das nahm irgendwann ein Ende, falls man den Computer nach nächtelangem Programmieren nicht am Fenster hinaus geworfen hatte. Insgesamt konnte ich die Akademie mit jeder Menge Wissen, Erfahrungen und vielen neuen Freunden verlassen, die ich schnell vermisst habe. Ebenfalls wurde mir die Chance ermöglicht am Exkursionstag eine Stadtführung in Berlin mitzumachen.

Es war keine anstrengende Zeit, sondern ich hatte jede Menge Spaß und Lust an dem was dort gemacht worden ist, besonders gemeinsam mit den anderen Schüler und Schülerinnen dort. Ich möchte mich daher beim Lehrerkollegium und der Schulleitung bedanken, dass ich an der Akademie teilnehmen durfte. Vielen Dank, dass ich ein solches Ereignis in meinem Leben miterfahren durfte!