Die Polizei informiert: Drogen und Alkohol und deren Rechtsfolgen im Straßenverkehr

In jeweils einer Unterrichtsstunde informierte Hauptkommissar Hans Dieter Ehlert am 14. und 17. Februar 2020 die 9. Klassen sehr anschaulich über die Rechtsfolgen von Drogen und Alkohol im Straßenverkehr.

Die 14- und 15-jährigen Schülerinnen und Schüler verfolgten aufmerksam die Ausführungen des Hauptkommissars. Als zukünftige Autofahrer ist es für sie wichtig zu wissen, welche strafrechtlichen Folgen es hat, unter Alkoholeinfluss Auto zu fahren bzw. generell am Straßenverkehr teilzunehmen. Abgesehen von den fürchterlichen Folgen, die ein Verkehrsunfall haben kann, muss man auch damit rechnen, juristisch zur Verantwortung gezogen zu werden.

Die Schülerinnen und Schüler lernten, zwischen Ordnungswidrigkeiten und Straftaten im Straßenverkehr zu unterscheiden. Als Vater von zwei Söhnen gesteht Herr Ehlert den jungen Zuhörern zu, auch einmal Dummheiten zu machen – einmal. Menschen machen Fehler, aber dann ist es entscheidend, wie man mit seinen Fehlern umgeht.

Beispiel 1:
Ein Familienvater fährt mit seinem Auto von A nach B und wird mit 1,1‰ erwischt. Er zeigt sich einsichtig und lässt alle Untersuchungen über sich ergehen. Sieben Monate vergehen, in der folgenden Gerichtsverhandlung erkennt der Richter an, dass der Mann kooperativ war. Die Monate, in denen er keinen Führerschein mehr hatte, werden ihm anerkannt und er erhält seinen Führerschein zurück. Die Geldstrafe muss er trotzdem zahlen.

Beispiel 2:
In Bedburg fällt ein Autofahrer durch unkontrolliertes Fahren auf. Die Polizei will ihn anhalten, der Fahrer flieht zunächst mit dem Auto, dann zu Fuß. Der völlig betrunkene Fahrer touchiert einige parkende Autos, wird von den Polizisten in einer Sackgasse eingeholt, wehrt sich massiv und wird schließlich festgenommen. Die Blutprobe ergibt einen Promillewert von 4,2. Der betrunkene Autofahrer verliert für drei Jahre seinen Führerschein, muss eine Geldstrafe zahlen und zur MPU (medizinisch-psychologische Untersuchung / „Idiotentest“). Dass der Mann mit diesem Promillewert überhaupt aufrecht stehen konnte, weist sehr deutlich darauf hin, dass er ein Alkoholproblem hat. Er wird dazu verpflichtet, zu den Anonymen Alkoholikern zu gehen und muss an einem Anti-Aggressionskurs teilnehmen.

Hauptkommissar Ehlert warnt auch davor, als Fußgänger alkoholisiert am Straßenverkehr teilzunehmen. Sollte durch die eigene Unachtsamkeit ein Verkehrsunfall verursacht werden, wird man als Fußgänger ebenfalls zur Rechenschaft gezogen.

Auch wenn der Hauptkommissar vor übermäßigem Alkoholkonsum warnt, ist er der Meinung, dass man mit ein paar Gläschen Bier oder Wein umgehen kann (natürlich nicht im Straßenverkehr!). Ganz anders verhält es sich mit THC (Tetrahydrocannabinol, umgangssprachlich: Cannabis/Marihuana). Bei regelmäßigem, z. B. wöchentlichem, Kiffen baut sich der Wirkstoff nach und nach auf, so dass man irgendwann 100% des Wirkstoffs im Körper hat, obwohl der letzte Konsum einige Tage her ist.

Hauptkommissar Ehlert wendet sich eindringlich an die Schülerinnen und Schüler, indem er ihnen ihre Entscheidungsfreiheit vor Augen führt: Trinke ich Alkohol? Okay! Nehme ich dann am Straßenverkehr teil? Nein! Kann ich freitags kiffen und am Montag verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen? Nein! Sollte ich von irgendwem irgendwelche Drogen annehmen? Nein! Ich weiß doch nicht, was diese beinhalten. Sie könnten lebensgefährlich sein.

Die Stimmung bei den Schülerinnen und Schülern war beim Verlassen des Schulungsraums gut. Ihnen ist deutlich geworden, welche Rechtsfolgen Drogen und Alkohol im Straßenverkehr haben, ohne mit dem erhobenen Zeigefinger belehrt worden zu sein. Und sie wissen jetzt: Menschen machen Fehler – am besten aber jeden nur einmal.

Das Gutenberg-Gymnasium dankt Herrn Hauptkommissar Ehlert für sein Engagement und freut sich, ihn auch im nächsten Jahr wieder begrüßen zu dürfen.

Text und Fotos: A. Gregor