„Dublinfahrt 2018 – The one and only!“

Tagesbericht 1: Von Köln auf die grüne Insel
Früh aufstehen hieß es für uns, da wir um 8.00 Uhr (morgens natürlich) schon am Köln-Bonner Flughafen sein mussten, um dann zu erfahren, dass unser Flug nach Dublin nicht wie geplant um 10:30 Uhr, sondern erst 11:30 Uhr gehen sollte. Nach ein paar Komplikationen bei der Kofferaufgabe, einiger Wartezeit (gefüllt mit Essen, Reden oder Sitzplätze tauschen), gefühlt einhundert Passkontrollen und einem etwa anderthalbstündigen Flug sind wir dann auch glücklich im Land der Kobolde angekommen.

Am Dubliner Flughafen erfuhren wir dann, dass unser Bus, der uns eigentlich zum Hostel bringen sollte, aufgrund unserer Verspätung schon ohne uns gefahren war, sodass wir – zum Leid aller Mitfahrenden – vollbepackt mit einem ganz normalen Linienbus fahren mussten.
Der Busfahrer war allerdings sehr nett und kommunikativ.

Nachdem wir angekommen und die Zimmer für das erste Hostel eingeteilt waren, ging es weiter zum Leprechaun Museum, wo wir unsere Stadtrallye starteten und in 4er bzw. 5er Gruppen bestimmte Sehenswürdigkeiten auffinden und andere Aufgaben erfüllen mussten. Dazu sollten wir Passanten um Hilfe fragen, um zu üben uns auf Englisch zu verständigen. Das gestaltete sich teilweise aber schwierig, da Dublin ein ziemlich beliebtes Reiseziel –auch für Deutsche – zu sein scheint.

Die Rallye endete dann im TGI Friday´s, wo wir alle ziemlich hungrig ankamen und uns dann unter anderem Burger, Pommes oder Chicken Stripes bestellen konnten. Glücklich und satt durften wir dann noch mindestens zu dritt bis 22.00 Uhr die Stadt bei Nacht erkunden, sodass wir danach erschöpft in unsere Betten fallen und uns auf die kommenden Tage freuen konnten.

Jana Hoffmann

 

Tagesbericht 2: Wir und das schnellste Spiel der Welt
Heute haben wir nicht nur ein imposantes Stadion besucht, den Croke Park (Fassungsvermögen: 82.300 Zuschauer!), sondern auch eine ganz neue Sportart kennengelernt: Gaelic Football. Dieses Spiel ist in seiner Mischung aus Fußball, Volleyball und Rugby ein wildes und dabei auch schnelles Spiel. Erfrischender Weise steht der kommerzielle Aspekt hierbei nicht nur nicht im Fokus, er spielt kaum eine Rolle. Spielergehälter gibt es nicht, Transfers sind die absolute Ausnahme. Man spielt für sein lokales Team, seine Provinz. Der Croke Park ist auch nicht das Stadion eines bestimmten Teams, es ist neutraler Boden, in dem insbesondere das jährliche Finale des irischen Wettbewerbs ausgetragen wird. Und zwar nicht nur im Gaelic Football, sondern auch in den hier sehr beliebten Sportarten Hurling und Camogie.

Neben unserer Führung durch die Plätze und Logen im Stadion durften wir auch in den Bauch des Stadions, und zwar nicht nur in den Presseraum und das Museum zu dieser Sportart. Wir konnten auch die Kabinen, den Warm-Up-Raum und den Partybereich (für die Feiern nach den Erfolgen) besuchen. Besonders aufregend wurde es aber dann vor allem in den Räumlichkeiten, in denen man selbst aktiv werden konnte. Herausforderungen im Hochsprung, Ball fangen, Zielschießen und Reflextest machten uns allen viel Spaß, sodass wir diesen Sport am liebsten auch gleich selbst richtig auf dem Feld spielen würden.

Stephan Bogert

 

Tagesbericht 3: Laufen, laufen, laufen – Stadtführung und noch mehr Stadtführung
Ein weiterer Tag in Dublin, der Stadt der, äh, grünen Ampeln.
Nachdem die für den Vormittag geplante Bootstour im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen war, da genau dieses zu hoch stand und eine Bootsfahrt unmöglich machte, stand uns der Vormittag zur freien Verfügung. Der ein oder andere schloss sich den Lehrern an und besichtigte das Dublin Castle.

Nachmittags stand dann – eine Stunde früher als erwartet – eine Stadtführung durch Dublin an. Zu Fuß natürlich, wie auch sonst. In zwei Gruppen wurden wir durch die Stadt und ihre Geschichte geführt, wobei der Stadtführer nicht müde wurde zu betonen, dass Dublin um das Jahr 900 von den Wikingern gegründet wurde. Die Stadtführung bedeutete vor allem, ähh…, laufen, laufen, laufen. Mit sehr schweren Füßen kehrten wir schließlich ins Hostel zurück. Dort wurde für (fast) alle in der Küche des Hostels gekocht, es gab Nudeln. Viele Nudeln. Es wurde nämlich sehr optimistisch eingekauft. Wer also Nudeln braucht, bitte in Zimmer 411 nachfragen, wir würden sie gerne loswerden! 

Benedikt Scheffer

 

Tagesbericht 4: Von grünen Hügeln und Blasen an den Füßen
Am Mittwoch ging es für uns mit dem Bus in die Wicklow Mountains (für Eingeweihte nur: the Wicklows), wo wir uns mit viel Optimismus eine wunderschöne Route aussuchten.

Der Wetterbericht hatte uns strahlenden Sonnenschein versprochen; als wir allerdings in den Bergen ankamen, waren die Bergspitzen in Nebel gehüllt, und es wehte ein kühler Wind. Wir ließen uns aber nicht einschüchtern und machten uns auf den Weg zum Lower Lake. Unsere Courage machte sich bezahlt: Wir sind tatsächlich den ganzen Tag über nicht nass geworden!

Am kleinen See hatten wir Zeit für traumhafte Fotosessions und lustige Schnappschüsse, bevor wir uns auf die richtige Route begaben. Die hatte es in sich: Über 600 Stufen im Waldboden und ordentlich Steigung, aber dafür dann auch die Belohnung einer Aussicht mit Postkartenpotenzial. Hoch auf einem Hügel über dem Upper Lake picknickten wir und staunten, dass die Landschaft auch ganz ohne Filter aussieht wie retuschiert!

Der Wald an den Berghängen war dunkelgrün-verwunschen, mit bemoosten Felsen und leuchtendrotem Heidekraut. Überall gab es versteckte kleine Öffnungen und Höhlen, die Gedanken an die ‚little people’ aufkommen ließen, die irischen Feen und Kobolde.

Die europaweite Dürreperiode des Sommers hatte aber auch hier ihre Spuren hinterlassen; wir stießen mehrmals auf ausgetrocknete Bachläufe, und der bekannte Wasserfall führte nur wenig Wasser.

Nach knapp der Hälfte der Route teilten wir uns auf: Eine Gruppe ging die „Abkürzung“ zurück, die andere Gruppe wanderte weiter um den ganzen Upper Lake herum. Beide Gruppen waren aber mit ihrem Laufpensum zufrieden und brachten viele schöne Eindrücke mit zurück.

Diese Auszeit von der hektischen Stadt hat allen gut getan! Und auch wenn hinterher im Bus die Füße und die Augenlider schwer wurden, waren wir uns trotzdem einig: Das war ein schöner Ausflug, ästhetisch wie stimmungstechnisch.

Annika Kilincel

 

Tagesbericht 5: Kultur und Studentenleben
Der vorletzte Tag der Kursfahrt stand ganz im Zeichen der Kultur. Der erste Tagesprogrammpunkt war St. Patrick’s Cathedral, eine mittelalterliche Kathedrale, die bei vielen wichtigen historischen Ereignissen in Dublin eine zentrale Rolle spielte. Ausgestattet mit der Frage, warum die Kathedrale „St. Patrick“ genannt wurde, erkundeten wir die „Nationale Kathedrale“ der Church of Ireland. Der Heilige Patrick taufte den Überlieferungen zufolge aus einem nahe gelegenen Brunnen die ersten Christen Irlands auf dem heutigen Platz des nach ihm benannten und 1220 errichteten Baus.

Die Kathedrale selbst wurde 1492 zu dem finalen Schauplatz einer Fehde zwischen zwei Familien. Manche Schüler steckten ihre Arme durch das Loch in der ausgestellten Tür, wie es seiner Zeit Gerald Fitzgerald als Friedensangebot tat. Heute widmen sich die beiden Seitenarme des Bauwerks der Erinnerung und der Wissensvermittlung. Ein sogenannter „Gedenkbaum“ lädt Besucher ein, Menschen in ihrem Leben zu gedenken, die sich in Konfliktsituationen befinden, und in dem „Lehrbereich“ im Südschiff konnte man sich über Leben und Geschichte, Musik und Kunst in Dublin und insbesondere der St. Patrick’s Cathedral informieren. Nicht wenige kamen diesen Einladungen nach und füllten Blätter aus, die an den Gedenkbaum gehängt wurden, oder klickten sich durch die interaktive Karte oder hörten dargebotene Musik.

Anschließend liefen wir zum Trinity College, wo uns eine Führung durch zwei Studenten erwartete. In einen kurzen, braunen Umhang gekleidet erklärten sie uns, was die Umhänge symbolisieren und sie umrissen die Geschichte der größten und bekanntesten Universität Irlands. Wir wurden gewarnt, jemals als Architekten einen Auftrag für die Universität anzunehmen, da sie ihre Architekten selten für ihre Mühe entlohnt hätten. Im Anschluss an die Führung durfte Dublin ein letztes Mal frei erkundet werden – und wir gingen zusammen in die Mensa und ließen uns von der großen Auswahl verwöhnen. Einige wenige Gruppen entschieden sich, danach in die National Gallery zu gehen, während andere das Herzstück des Campus besuchen wollten.

Die Trinity College Library Dublin zählt zu den bedeutendsten Forschungsbibliotheken der Welt und beherbergt das Book of Kells, das sich neben seines Alters besonders durch seine Buchmalerei auszeichnet. Die Old Library beherbergt darüber hinaus den „Long Room“, in dem die 200.000 ältesten Bücher der Bibliothek ausgestellt sind. Möchte man die Alte Bibliothek besuchen, sollte man sich für alle Räume der Ausstellung ausreichend Zeit nehmen – man darf nämlich nicht zurückgehen, wie einige von uns schmerzlich erfahren durften. Am Nachmittag erkundeten wir die Stadt, kauften Souvenirs und den Abend ließen wir mit Lachen und gutem Essen in der Stadt ausklingen.

Francis Stuhlmüller