Ein seltenes, kosmisches Ereignis am Morgenhimmel zu sehen in unserer Gugy-Sternwarte!

Am Mittwoch, den 06.06.2012, zieht die Venus von der Erde aus betrachtet vor der Sonne vorbei, und ist als dunkler Punkt vor der aufgehenden Sonne zu sehen. Wie bei einer Sonnenfinsternis steht die Venus vor der Sonne, allerdings ist sie zu weit entfernt, um die Sonne vollständig zu verdecken und den Himmel zu verdunkeln. Wenn man daher nicht auf die Sonne achtet, wird man dieses extrem seltene Ereignis verpassen. Diese sogenannten Venustransite ereignen sich nur sehr unregelmäßig und kommen dann paarweise in einem Abstand von 8 Jahren vor. Im 20. Jahrhundert gab es keinen einzigen und den letzten gab es vor fast genau 8 Jahren am 08. Juni 2004, den wir auch hier in unserer Schule dank unseres Teleskop beobachten konnten. Den nächsten Venustranst wird wohl kein heute lebender Mensch zu Gesicht zu bekommen, denn er findet erst wieder am 11.Dezember 2117 statt. Daher lasst Euch dieses seltene, kosmische Ereignis nicht entgehen und nutzt dazu die Sternwarte an unserem Gugy!

Ihr könnt den Venustransit durch das Teleskop betrachten oder auf dem Dach der Schule mit den sogenannten Sonnenfinsternisbrillen sogar mit bloßem Auge, die Venus vor der Sonne erkennen. Bitte schaut nicht ohne eine solche Brille in die Sonne, da dies zu schweren Augenschäden führen kann! Nachdem die Venus an der Sonne vorbeigezogen ist, wird man sie ab diesem Morgen als Morgenstern kurz vor Sonnenaufgang sehen können, nachdem sie nun einige Wochen als Abendstern zu sehen war. Leider ist der Venustransit, der eigentlich 7 Stunden dauert, von Deutschland aus nur in den Morgenstunden in seiner Endphase zu sehen. Da heißt es früh aufstehen, um den Venustransit von 5:20 Uhr bis 6:55 Uhr sehen zu können. Die Schule wird die Sternwarte ab 5:30 Uhr öffnen und auf einen wolkenfreien Himmel hoffen. Wenn man es nicht so früh in die Schule schafft, kann man mit einer Sonnenfinsternisbrille, die vielleicht noch von dem letzten kosmischen Ereignis, der Sonnenfinsternis am 11.08.1999, in einer Schublade zuhause liegt, den Venustranist vom Schlafzimmerfinster oder auf dem heimischen Balkon aus betrachten. Allerdings bietet die Schule den Vorteil, die Sonne, die während des Venustransits knapp über dem Horizont zu sehen ist, besser betrachten zu können, da wir über die meisten Häuser hinweg sehen können.

Übrigens war der Venustransit 1761 und auch im Jahr 1769 die erste internationale wissenschaftliche Gemeinschaftsexpedition und zu mehr als 100 Orten rund um den Erdball machten sich viele Wissenschafler auf den Weg, um diese Venustransite zu beobachten und zu messen. Ziel war es, die Entfernung von der Erde zu der Sonne mithilfe dieser Daten berechnen zu können. Und tatsächlich berechneten die Wissenschaftler die Entfernung auf etwas mehr als 150 Millionen Kilometer, die mit dem heutigen exakt bestimmten Wert von 149.597.870,691 Kilometer ziemlich genau übereinstimmt. Seitdem hatte die Erde also eine bestimmbare Position im Weltall, dank unseres sonnennächsten Nachbarplaneten, der Venus.