Frankreichaustausch mit Chauny – Ein Erfahrungsbericht der Teilnehmer

Zum 45. Mal fand in diesem Jahr der Schüleraustausch zwischen Bergheim und Chauny in Frankreich statt. 10 Schuelerinnen und Schueler des Gutenberg-Gymnasiums und 11 des Erft-Gymnasiums reisten fuer 8 Tage zu ihren Austauschpartnern und Familien des Lycées Gay-Lussac und des Collèges Victor Hugo. Begleitet wurden sie von Herrn Bollermann (GuGy) und Frau Schwarz (Erft), die ihr 15-jähriges Austausch-Jubilaeum feierte. Hier berichten die Teilnehmer ueber ihre Eindruecke in Chauny, Reims und Paris, sowie dem Leben in franzoesischen Familien und Schulen. Durch die besondere franzoesische Tastatur sind die Berichte ohne Umlaute. Chauny – eine blaue Stadt (von Carina & Carolyn, GuGy)

Nach einer anstrengenden 5-stuendigen Fahrt mit dem Bus kamen wir in der franzoesischen Stadt Chauny, mitten in der Picardie, an. Nachdem wir die Stadt noch am ersten Nachmittag mit den Familien fluechtig gesehen haben, konnten wir sie am naechsten Tag bei einer Stadtrallye naeher erkunden. 

Neben dem gut erhaltenen Rathaus, dem schoen restaurierten Bahnhof und Marktplatz, den 36 Friseuren sowie schnuckeligen Baeckereien, Konditoreien und Geschaeften fiel uns vorallem die „Farbe“ der Stadt ins Auge: alles war blau. Von Muelleimern und Strassenlaternen bis zu Telefonhoerern und Strassenschildern. Eine besondere Spezialitaet in einigen der vielen Konditoreien sind die kunterbunten „Macarons“ in allen Geschmacksrichtungen. Ausserdem sollte man sich an einem „Panini“ versuchen – eine frisch gebackene Art Brot mit Nutella. Insgesamt ist Chauny eine interessante Stadt und wir bereuen es keinesfalls, am Austausch teilgenommen zu haben. 

Das Leben in der Gastfamilie (von Elif & Laura, Erft) Das Leben in der Gastfamilie ist ein einmaliges Erlebnis. Man taucht in das Leben mehrerer Personen ein und lernt das Essen , die Sprache, den Umgang und die Kultur kennen. Wenn man zum Beispiel einen Bekannten trifft, begrüsst man diesen mit einem Küsschen links – einem Küsschen rechts und verabschiedet diesen auch so. In manchen Regionen Frankreichs sind es sogar vier Küsschen zur Bergrüssung und vier Küschen zur Verabschiedung. Das Essen in Frankreich ist nicht so verschieden im Vergleich mit Deutschland. Es gibt genauso Nudeln , Pizza, Pommes und Crêpes. Aber meistens werden traditionelle Gerichte gekocht, z.B. wird viel mit Käse oder Blätterteig gemacht. Die Franzosen nehmen am Tag 3  Mahlzeiten (zwei davon warm) zu sich:   Morgens ein kleines Frühstück, mittags (um 12 Uhr) eine warme Mahlzeit und abends auch eine warme Mahlzeit. Bei manchen Familien wird am Wochenende aber auch umfangreicher gefrühstückt. Dann gibt es Croissants mit und ohne Schokolade und es wird sich Zeit für das Essen gelassen. Hier in den Gastfamilien ist es einfach, sich zu unterhalten, da die Gasteltern  und die Gastschüler die Wörter die wir nicht verstehen auch umschreiben. Sollte das auch nicht helfen, reicht ein Lächeln und ein Nicken. Manchmal schaut man auch mal ein Wort im Wörterbuch nach!

Wir denken, das der Austausch uns helfen wird, uns  besser auf Französisch zu unterhalten. So kann man einfache Alltagsvokabeln schnell lernen (école, devoirs, ville, promener…)  Bei dem Leben in der Gastfamilie lernt man also eine ganz neue Kultur kennen und der Austausch ist auf jeden Fall eine Erfahrung wert gewesen.

Ein Ausflug nach Reims im Land des Champagners (von Tarik, Christopher & Markus, GuGy) Erste Anlaufstelle unserer Tour war die  Champagner-Kellerei ‘Mercier’ in der Champagne. Bequem in einem kleinen Zug untergebracht besichtigten wir per Audio-Tour die recht schaurigen 18 km langen Tunnel der Firma mit anschließender Champagnerprobe für bestimmte Personen. Danach fuhren wir ins Zentrum von Reims, genauer gesagt zum berühmten Reimser Dom, welcher seinem Namen alle Ehre macht. Dort begann unsere Rallye durch Reims. Wir besichtigten den Dom mit seiner Jesusfigur und den Chagallfenstern, das Rathaus und weitere Sehenswürdigkeiten in Reims. Nach jener interessanten Rallye bummelten wir durch die Innenstadt, hatten Zeit uns zu vergnügen und trafen uns anschließend zur Abfahrt wieder vor dem Dom. Höchst amüsiert machten wir uns auf den Weg zurück nach Chauny.

Ein Tag in Paris (von Julia, Erft, und Alya & Eva, GuGy) Schliesslich gelangten wir zum Höhepunkt unserer Reise: Paris!  Nach einer mehr als zweistündigen Fahrt und meheren « bouchons » (Staus) im stickigen Bus erreichten wir endlich die Stadt der Liebe. Zu Beginn machten wir mit dem « Bateaux Mouches » eine Rundfahrt auf der schönen Seine, bei der man tolle Fotos schiessen konnte. Ausserdem war das Wetter einfach wunderbar. Danach war der « Tour Eiffel » dran. Leider war zum besteigen keine Zeit, aber ausdauerndes Fotoshooting schafften wir trotzdem. Der Eiffelturm ist wirklich riesengross und « magnifique ». Mit der U-Bahn und mit ein paar kleinen Schwierigkeiten, wie falschen Gleisen oder verloren gegangenen « correspondants » ging es bis zum Centre Beaubourg, das Dienstags leider geschlossen ist.

Dort begann auch unsere Freizeit, in der wir unsere Einkäufe in Souveniershops und «magasins» erledigten (natürlich musste auch hier noch jemand verloren gehen). Anschließend wanderten wir gemeinsam durch Paris zum Louvre und zur Notre-Dame de Paris. Über viele, viele Treppen ging es abschließend zum Montmarte. Doch oben angekommen hatte sich das viele Treppenlaufen gelohnt! Die schönste Aussicht auf Paris, die man sich vorstellen kann. Viele Menschen sassen auf den Treppen und auf den Grünflächen. Aber dort waren nicht nur Menschen, die die schöne Aussicht geniessen wollten sondern auch ziemlich viele aufdringliche Händler, die einem einen Ring andrehen wollten indem sie mit denem Faden inder einen und dem kleinen Finger der anderen Hand ausgestreckt und einem « S’il vous plaît » zu dir kamen. Doch mit einem oder zwei « Non, merci » hatte man sich schnell abgewimmelt.

Es gab auch noch andere Händler die ihre Decken ausgebreitet hatten auf denen kleine Souveniers zu kaufen waren. Links gab es eine Strasse, auf der viele Souveniershops eng bei einander standen. Nach unserer viel zu kurzen Freizeit wollten wir zurück  zum Sammelpunkt. Doch auf einem dieser Sockel stand Iya Traure und spielte Fussball. Als die Lehrer uns von diesem Anblick lösen konnten, liefen wir zurück zum Bus. Alles in allem ein sehr schöner Ausflug.

Schule in Frankreich (von Nina & Celina, Erft) Schulen in Frankreich sind ein wenig anders als bei uns in Deutschland. Wer in die Schule rein will, muss durch ein Tor gehen vor welchem der Schulleiter steht und es um kurz vor acht schliesst. Wer jetzt zu spät kommt, muss sich im Sekretariat melden. Dies wird dann als sogenannntes « Fehlverhalten » in ein Buch geschrieben, welches jeder Schüler besitzt, und in dem gute Leistungen, Fehlverhalten und Answesenheit notiert werden. Die Schüler haben von acht bis zwölf Uhr Schule und danach gibt es eine zweistündige Mittagspause, in der in der Kantine gegessen wird. Danach geht der Unterrricht manchmal bis halb sechs weiter. Zuhause müssen dann manchmal noch Hausaufgaben erledigt werden. Der Unterricht läuft in etwa gleich ab, nur die Klassen sind besser ausgestattet.

Jede Klasse hat einen Beamer und einen Computer. Die Lehrer kommen nicht zu den Schülern in den Raum sondern umgekehrt.Jede Schule hat eine eigene Krankenstation mit einer Krankenschwester und ein CDI (Centre d’information), indem man sich aufhalten kann, wenn man keinen Unterricht hat. Dort kann man Bücher lesen, ins Internet gehen oder lernen. Die Kinder kommen im Alter von zwei oder drei Jahren in die « Ecole Maternelle », wo ihnen schon ein paar Dinge spielerisch beigebracht werden. Danach kommen sie im Alter von fünf oder sechs Jahren in die « Ecole Primaire », die unserer Grundschule ähnlich ist. Dort beginnen sie auch schon spielerisch Englisch zu lernen. Nach der « Ecole Primaire », kommen sie ins « Collège ».

Diese besuchen sie im Alter von zehn bis fünfzehn oder spätestens sechszehn Jahren. Jeder Schüler geht aufs « Collège », es gibt keine verschiedenen Schulen wie bei uns Gymnasium oder Hauptschule. Dort werden sie schon früh aufs spätere Berufsleben vorbereitet, es gibt zum Beispiel Werkstätten, in denen Metall verarbeitet wird. Nach dem « Collège » kann man für drei Jahre aufs « Lycée » gehen und dieses mit dem Abitur, « Baccalauréat » abschliessen. In Frankreich ist man wie bei uns bis zum sechszehnten Lebensjahr schulpflichtig. Unser Fazit lautet : Obwohl in Frankreich mehr Geld für die Bildung ausgegeben wird, haben wir den Eindruck, dass die Schüler nicht auf dem gleichen Wissenstand sind und auch nicht so bereit dazu sind, für die Schule zu lernen.

Die Lehrer sind hier strenger und die Regeln auch, aber trotzdem gibt es hier genauso viele Schüler ohne Abschluss wie in Deutschland.