Lesetipp zum Welttag des Buches: „Der Junge, der Gedanken lesen konnte. Ein Friedhofskrimi“ von Kirsten Boie

Valentin ist neu in der Stadt, seine Mutter wurde befördert und so sind die beiden umgezogen. Blöd nur, dass der Umzug mitten in den Sommerferien stattfand und Valentin schon befürchtet, dass er die Zeit, bevor die Schule wieder losgeht, ganz allein verbringen muss. Denn seine Mutter muss ja arbeiten… So beschließt Valentin in die Stadtbibliothek zu gehen, doch stattdessen landet er auf dem Friedhof. Nein, Valentin leidet nicht an geistiger Umnachtung, so ein richtiges Versehen war der Weg auf den Friedhof nicht, denn der Weg Richtung Stadtbibliothek war von einem Jungen blockiert. Und auf Stress hatte Valentin nun wirklich keine Lust.

Ein Jugendroman, der auf einem Friedhof spielt? Ja, denn dieser Friedhof hält für Valentin und den Leser große Überraschungen bereit. So trifft unser Protagonist schon nach kürzester Zeit auf den Friedhofsgärtner Bronislaw, der friedlich darüber hinwegsieht, dass das Ehepaar Schilinsky seine für später gekaufte Grabstätte während der Sommerhitze als Schrebergarten nutzt. Alle drei nehmen Valentin sofort herzlich in ihre Runde auf und laden ihn zu Würstchen und Nudelsalat ein. Regelmäßig kommt noch der betagte Herr Schmidt dazu, der in der Nähe das Grab seiner Else pflegt. Viel wichtiger ist für Valentin aber Jiffel, der Schmidtsche Hund, mit dem er sich sofort bestens versteht – vielleicht weil sie beide noch so jung sind.

Kaum zu glauben, dass diese zufälligen Begegnungen auf dem Friedhof für Valentin zu einem Krimi werden, doch die Schmuckdiebstähle in der Stadt und die verschwundenen Schmuckstücke auf dem Friedhof stehen tatsächlich in einem Zusammenhang. Einen Verbündeten findet Valentin in Mesut, der gar nicht so gefährlich ist wie Valentin bei ihrer ersten Begegnung dachte. Und ja, in der Tat ist es hilfreich, dass Valentin Gedanken lesen kann. Aber das kann verwirrend sein, und wie soll er das, was er in Erfahrung bringt, der Polizei erklären, ohne für verrückt gehalten zu werden?

„Der Junge, der Gedanken lesen konnte. Ein Friedhofskrimi“ ist ein Jugendroman, der für Kinder und Jugendliche ab Klasse 5 geeignet ist. Es handelt sich um einen vielschichtigen Roman, der die Themen Freundschaft, Vertrauen, Familienprobleme und auch den Tod – auf eine kindlich gerechte Art und Weise – behandelt und sehr zu empfehlen ist!

Wir hoffen, dass bald wieder die Gelegenheit besteht, dieses und andere Bücher aus unserer Mediothek auszuleihen.

 

Text und Foto: A. Gregor