„Milites, pergite! Consistite! Ad sinistram!“ – Schüler der 6. Klasse beim Workshop „Kinderlegion”

In diesem Schuljahr machen sich alle Fremdsprachengruppen der 6. Klasse auf die Spuren der Römer. Dies geschieht im Museum Bergheimat in Bergheim, wo die Schüler nach einer Museumsführung am Workshop „Kinderlegion“ teilnehmen. Für die Lateinschüler der 6b und 6c war es in dieser Woche soweit: Nach freundlichem Empfang durch Museums- und Stadtführerin Frau Machuj und zwei ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen in der Bergheimat und kurzer Einführung zur Entstehung des Museums ging es daran, das Leben der Römer im Erftkreis zu erkunden. Schnell stellte sich in Frau Machujs Ausführungen dabei heraus, dass Thorr dabei eine zentrale Rolle spielt, denn als Siedlung Tiberiacum wohnten schon die Römer dort. Frau Machuj informierte über einige Römerstraßen in der Region, die Landhäuser und ihre Landwirtschaft bei den Römern, die die Notwendigkeit der Schmiedekunst, Römerstraßen sowie römischen Schmuck und brachte diese Themen immer auch an Römerfunden aus der Region näher. Besonders aufregend für die Schüler war aber sicherlich das Thema Militär, römische Spiele und Kleidung: Frau Machuj führte kurz in Belagerungstechniken der Römer ein und erläuterte anschließend die Kriegsrüstung eines römischen Legionärs. Dabei spannend war, dass die Schüler die Möglichkeit hatten, zwei nachgemachte Helme anzuprobieren sowie zwei verschiedene Schilde in die Hand zu nehmen. Auch ein Kettenhemd wurde anprobiert sowie ein pilum (Wurfspeer) in die Hand genommen. Bei allen Dingen stellten die Schüler erstaunt fest, wie schwer doch diese Ausrüstung war. Auch das Leben eines Legionärs und die damit verbundenen Anstrengungen brachten die Schüler zum Staunen. Die anschließende Vorstellung von römischen Spielen zeigte den Schülern, dass die Römer auch andere Seiten als nur die kriegerischen hatten und dass schon damals einige Spiele gespielt wurden, die wir heute in ähnlicher Form auch noch spielen. Auch hier zeigte Frau Machuj einen Originalfund aus der Region von römischen Spielsteinen. Die in Thorr gefundenen fibulae (Spangen zum Verschließen von römischer Kleidung) leiteten schließlich über zum letzten Thema der Museumsführung. Die Schüler wurden kurz über römische Kleidung informiert, einer Schülerin wurde eine Stola angezogen, an einem Schüler das Prinzip des Anziehens einer Toga erläutert. Nach so vielen Informationen wurde zunächst eine Pause eingelegt, in der sich die Schüler mit vom Museum liebevoll hergerichteten Kleinigkeiten stärken konnten. Anschließend sollte der Workshop „Kinderlegion“ stattfinden. Hierbei wurden zunächst alle „Legionäre“ mit einer roten Tunika, einem scutum (Schild) und einem gladius (Schwert) ausgerüstet. Wie es bei einer Legion üblich ist, wurde der Ton der Stadtführerin Frau Machuj etwas lauter und rauer, denn als Zenturio der Legion hatte sie die absolute Kommandogewalt. Zunächst wurden im Hinterhof das Marschieren und die lateinischen Befehle eingeübt. Danach ging es im geordneten Gleichschritt auf die Bergheimer Fußgängerzone, was nicht bei allen Schülern Begeisterung hervorrief, aber bei den Passanten, die oftmals erstaunt stehen blieben, um zu sehen, welch ein Spektakel hier von statten ging. Die Kinderlegion übte in der Fußgängerzone nämlich das Drehen sowie einen furchteinflößenden Angriff und führte anschließend im Gleichschritt den geordneten Rückzug aus der Fußgängerzone durch. An anderer Stelle wurde die Schildkrötenformation eingeübt sowie das Kämpfen mit Schwert und Schild im Zweikampf. Auch hier stellten einige Schüler erstaunt fest, wie anstrengend ein solcher Zweikampf ist, taten ihnen doch nach kurzer Zeit schon die Arme von dem eingesetzten Holzschwert weh. Den Abschluss bildete ein römisches Fangspiel namens dies et nox, bevor es dann zurück in die Bergheimat ging, wo allen Schülern ein Diplom für die Teilnahme an der Grundausbildung „Römische Legion“ überreicht wurde. Die Stimmung auf dem Rückweg zur Schule war anschließend ausgelassen, was zeigte, dass die Schüler zufrieden mit der Exkursion und dem angebotenen Programm waren.

A. Lange