SAMS Theater AG

Wenn Frau Blaukohl, Rotkohl, Grünkohl droht…
von: Ute Drewe, Anja Lange

Wegen der strengen Vermieterin Frau Rotkohl (Mareike Koch) musste sich Herr Taschenbier (Florian Winters) sehr anstrengen, das gerade aufgegabelte Sams (Jennifer Weidenfeld), das er einfach nicht mehr los werden konnte, in sein Zimmer zu schmuggeln. Er benutzte hierfür einen Reisekleiderschrank, der sich natürlich von selbst bewegte, da sich das SAMS nun mal grundsätzlich nicht an Verabredungen hält, und beim Publikum großes Gelächter hervorrief. Und da es zu Hause bei Herrn Taschenbier einfach zu langweilig ist, sorgte das SAMS dafür, dass Herr Taschenbier reichlich Zeit für Unternehmungen hatte. So brachte das SAMS ein Kaufhaus in Aufruhr, verwirrte Herrn Taschenbiers Chef (Cathrin Hamacher) und brachte Studienrat Groll (Malte Dahm) an den Rand des Wahnsinns, als er dem SAMS den Unterschied zwischen Sie als Anrede und sie als Pronomen für eine Frau beibringen wollte, denn das SAMS ließ sich partout nicht davon abhalten, ständig die schuldige Frau zu suchen.Als Frau Rotkohl am Ende schon fast das SAMS akzeptiert und Herr Taschenbier es lieb gewonnen hat, muss das SAMS schließlich punktelos und zum großen Bedauern von Herrn Taschenbier gehen – aber der Abschied soll nicht für immer sein.

Der Aufführung dieses Stückes widmeten sich ab März 2011 acht junge Damen und vier ebenso junge Männer, so dass wir immerhin in diesem Jahr zwei männliche Schauspieler auf der Bühne hatten! Die Begeisterung für das Stück war schnell groß und die Rollen waren zügig verteilt, so dass wir auch schon bald ans Proben gehen konnten. Wir begannen einfach bei Szene 1 und arbeiteten uns Schritt für Stück in und durch das Stück. Da dieses Mal der Tag der offenen Tür nicht schon fast direkt „drohte“, konnten wir uns mit der Auswahl der vorzuführenden Szene Zeit lassen und daher einfach mal von vorne loslegen. Schnell erwies sich die Szene im Kaufhaus als unsere Lieblingsszene, nachdem wir einmal die nötigen Requisiten wie z.B. zerrissene Anzüge und einen Taucheranzug sowie die benötigten Sounds zusammen hatten, da das Chaos in dieser Szene durch den Feueralarm, den das SAMS am Ende auslöst, perfekt ist. Bis zu den Sommerferien hatten wir uns also eine Szene für den Tag der offenen Tür ausgesucht, wussten schon einmal theoretisch, welche Requisiten es noch zu organisieren bzw. basteln gab und hatten alle fest vor, den Text nach den Sommerferien perfekt zu beherrschen.

Wie so oft, hatten wir Vieles, aber nicht alles der vorgenommenen Dinge geschafft, als wir uns am letzten Ferientag zu einer Sonderprobe trafen, die gut verlief. Schlimm wurde unser nächstes Treffen, an dem wir feststellten, dass es mit unseren neuen Stundenplänen (immerhin waren ausschließlich Oberstufenschüler und zwei Lehrerinnen unter einen Hut zu bringen…) fast unmöglich war, einen neuen Probentermin zu finden. Mit einigen Zugeständnissen und Verlegungen von anderweitigen Terminen haben wir es schließlich geschafft – kurzfristig hatten die Lehrerinnen daran so ihre Zweifel… Und so wurde dann donnerstags nachmittags geprobt und noch ganz oft zusätzlich am Wochenende oder in den Ferien geprobt, da durch den Chinaaustausch und das Praktikum der EF (was es nicht alles zu bedenken gibt…) einige Proben ausfallen mussten und einfach die ein oder andere Szene noch nicht so ganz saß…. Aber mit viel Engagement schafften wir es, zum einen die Szene für den Tag der offenen Tür Ende November mehrfach perfekt auf die Bühne zu bringen und zum anderen ca. 300 Grundschulkinder Anfang Dezember zu begeistern. Auch die erwachsenen Zuschauer hatten in zwei Abendaufführungen ihre Freude an dem chaotischen SAMS und dem hilflosen Herrn Taschenbier. Alles in allem war es eine schöne Zeit mit Höhen und Tiefen bei der Probenarbeit, aber einer durchweg netten Theater-Truppe.

Die erwünschte zeitliche Entlastung, was die Aufführungstermine betraf, hat sich dabei nicht – wie gehofft – eingestellt, da wir nun zwar nicht mitten in der Notenzeit im Januar aufgeführt haben, aber stattdessen in der einwöchigen Pause der Klausur- und Korrekturzeit, was für alle Beteiligten nicht weniger anstrengend war. So gilt es also noch herauszufinden, welches der richtige Zeitpunkt für die Aufführungen und damit auch für den Probenbeginn ist, aber mit viel Flexibilität auf allen Seiten haben wir ja bisher auch immer alles gemeistert…