Die Mittelstufe

Ansprechpartner: Frau Lange, Frau Wolfgarten

Allgemeines:
Nach erfolgreich durchlaufener Erprobungsstufe treten die Schüler*innen mit Klasse 7 in die dreijährige Mittelstufe ein. Diese dient laut Schulministerium NRW dazu, „die Schülerinnen und Schüler in geeigneter Weise auf die Fortsetzung ihres Bildungsganges in der gymnasialen Oberstufe beziehungsweise in anderen Bildungsgängen der Sekundarstufe II vorzubereiten“. Ein Schulformwechsel ist ab Klasse 7 in der Regel nicht mehr vorgesehen, kann jedoch von den Eltern bis zum Ende der Klasse 8 zum nächsten Schuljahr beantragt und von der Versetzungskonferenz beschlossen werden. Der mittlere Schulabschluss (Fachoberschulreife) wird erst nach erfolgreichem Abschluss der Klasse 10 (zugleich Einführungsphase in der gymnasialen Oberstufe) erreicht.

Als Lehrer*innen sehen wir darüber hinaus die Mittelstufe als zentrale Phase für die persönliche Entwicklung unserer Schüler*innen: Hier, in der Mitte der Schulzeit, bilden sich individuelle Neigungen und Vorstellungen heraus, hier festigt sich Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und hier werden aus Klassenkameraden Freunde fürs Leben. All diese verschiedenen Aspekte haben wir bei unserer pädagogischen Arbeit in der Mittelstufe stets im Blick.

Im Unterricht werden die Schüler*innen auf die Anforderungen in der gymnasialen Oberstufe vorbereitet, wird fördern dabei die individuellen Entwicklungspotenziale der Schüler*innen und besprechen bei Bedarf notwendige Förderschwerpunkte mit den Elternhäusern. Wir begleiten den Prozess der Persönlichkeitsentwicklung im Unterricht, in gesonderten Klassenveranstaltungen sowie durch außerunterrichtliche Angebote und stellen auch Ansprechpartner zur Seite, wenn Beratung oder schulische Unterstützung notwendig scheint (vgl. Beratung am Gutenberg-Gymnasium). Insbesondere die Klassenlehrer*innen fördern in ihren Klassen das Verantwortungsbewusstsein in einer sozialen Umgebung und tragen damit zur Befähigung zu einem selbstbestimmten Leben in unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft bei.

Wichtige Bausteine der unterrichtlichen, aber außerfachlichen Arbeit und des sozialen Lernens in der Mittelstufe sind die von den Klassenleitungen durchgeführten Stunden der Klassengemeinschaft, die Klassentage und -fahrten, aber auch die halbjährlich stattfindenden pädagogischen Beratungskonferenzen der Lehrer*innen, die die Klasse als soziale Gruppe in den Blick nehmen und ggf. über erzieherische oder unterstützende Maßnahmen für einzelne Schüler*innen oder Gruppen beraten. Unsere AG-Angebote oder die Projekttage am Ende des Schuljahres bringen die Schülerinnen und Schüler in Verantwortung für das Schulleben und leisten somit einen Beitrag zur Entfaltung einer verantwortungsbewussten, selbstbestimmten Persönlichkeit.

Die Besonderheiten der Jahrgangsstufen:

Die Sieben
Im zweiten Halbjahr der Klasse 6 beraten die Klassenleitungen der Erprobungsstufe und die Mittelstufenkoordination über die neue Zusammensetzung der künftigen Klassen. Nach den ersten beiden Jahren des Ankommens und Orientierens ist unseres Erachtens nun der richtige Zeitpunkt gekommen, die Bedingungen in den Lerngruppen zu überprüfen, damit unsere Schüler*innen die Herausforderungen der Mittelstufe bestmöglich meistern können. Neben den Wünschen der Schüler*innen spielen vor allem die pädagogischen Erwägungen der abgebenden Klassenleitungen der Erprobungsstufe eine ausschlaggebende Rolle. Daneben kann aber auch die zweite Fremdsprache entscheidend sein, wobei es in der Regel neben den sprachgleichen Klassen auch 1-2 gemischte Klassen gibt.

Zur Förderung der sozialen Entwicklung tragen besonders die von den Klassenleitungen 4 bis 6 organisierten Stunden der Klassengemeinschaft  sowie der Klassentag Prima Klasse nach den Herbstferien bei, der den sozialen Zusammenhalt in den neuen Lerngruppen spielerisch stärken und angemessenes Konfliktverhalten trainieren soll.

Das Highlight der Klasse 7 ist die traditionelle Skifahrt in die Wildschönau (Tirol) im Januar, die den Jugendlichen neben den sportlichen Herausforderungen eine Menge Spaß und gemeinsame Erlebnisse bietet. Diese Fahrt führt erfahrungsgemäß zu einem vertieften sozialen Miteinander durch die diversen Aktivitäten vor Ort, zu neuen Bekannt- oder sogar Freundschaften durch die gemischten Skigruppen und zu einem vertieften Verantwortungsgefühl, das z.B. intensiv am letzten Skitag durch die Abschlussrallye gefördert wird. Dieses neue, vertiefte Sozialgefüge wird im Laufe der 7 i.d.R. noch im Schulalltag oder auch im Nachmittagsbereich vertieft und bei einer gemeinsamen Schuljahresabschlussaktivität noch einmal außerschulisch gestärkt.

Die Acht
Die Zusammensetzung der Klassen und die Klassenleitungen bleiben i.d.R. bis zum Ende der Mittelstufe stabil. Somit herrscht Kontinuität in einer Zeit, die für viele Jugendliche die stärkste Phase der Pubertät darstellt. Die Klassenleitungen führen die Bausteine der pädagogischen Arbeit fort und entscheiden je nach Bedarf über die Inhalte der 4 bis 6 Stunden der Klassengemeinschaft im Schuljahr. Mit dem Klassentag Starke Klasse werden Aspekte der Persönlichkeitsstärkung und Suchtprävention in sozialen Gruppen in den Blick genommen. Ansprechpartner hierfür ist unsere Präventionsbeauftragte Frau Jahn, die den Tag in Kooperation mit Experten der mobilen Jugendarbeit der Stadt Bergheim durchführt.

Im Frühjahr nehmen alle Schüler*innen der 8 an den landesweiten Lernstandserhebungen in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch teil. Mit Hilfe standardisierter schriftlicher Tests wird überprüft, welche Kompetenzen Schüler*innen zu einem bestimmten Zeitpunkt und im Vergleich zu anderen Gymnasien in NRW erreicht haben. Die Fachkonferenzen der Schule beraten über die Ergebnisse und leiten ggf. Konsequenzen für ihre schulische Arbeit ab. Die Ergebnisse werden den Schüler*innen und ihren Eltern mitgeteilt, aber nicht als Klassenarbeit gewertet und nicht benotet.

Daneben ist die 8 eine Klasse vielfältiger Individualisierungsprozesse und bereitet so Entscheidungen für die gymnasiale Oberstufe oder die Studien- und Berufswahl vor. Der Wahlpflicht- oder Differenzierungsunterricht ermöglicht eine erste Neigungsdifferenzierung. In zwei (bei Fremdsprachen drei) Stunden pro Woche verlassen die Schülerinnen und Schüler ihre Klassen und lernen in Kursen ein Fach ihrer Wahl. Sie können dabei zwischen einer dritten Fremdsprache (z.B. Spanisch) und unterschiedlichen Angeboten aus dem mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen (z.B. Informatik, Bio-Chemie), dem gesellschaftswissenschaftlich-wirtschaftlichen (z.B. Englisch-Geschichte) oder dem künstlerisch-musischen Bereich (z.B. Kunst, Darstellendes Spiel) wählen. Das Wahlpflichtfach ist kein Hauptfach, sondern als Fach der Fächergruppe II versetzungsrelevant. Anders als in den anderen Fächern dieser Gruppe werden jedoch pro Halbjahr zwei Klassenarbeiten geschrieben.

Gemäß der Landesinitiative Kein Abschluss ohne Anschluss (KAoA) setzt in Klasse 8 die Studien- und Berufsorientierung ein. Im Rahmen der Potentialanalyse nehmen alle Schüler*innen gemeinsam mit ihrer Klasse vormittags an einer Testung möglicher beruflicher Neigungsfelder durch außerschulische Experten teil und werden am nächsten Tag ausführlich durch die außerschulischen Experten dazu beraten. Während der drei verbindlich durchzuführenden Tage der Berufsfelderkundung haben sie außerdem die Möglichkeit, verschiedene berufliche Perspektiven kennenzulernen. Organisiert wird die Studien- und Berufsorientierung am Gutenberg-Gymnasium von unseren Koordinatorinnen Frau Lange und Frau Wolfgarten.

Die Neun
Die Klasse 9 steht ganz im Zeichen der Hinführung zur gymnasialen Oberstufe oder dem mittleren Schulabschluss, der erst nach der EF (10. Klasse) erreicht wird. Alle oberstufenrelevanten Fächer, darunter auch das Wahlpflichtfach der Klasse 8, werden unterrichtet. Die pädagogische Arbeit der Lehrer*innen wird fortgeführt und im Hinblick auf die Schullaufbahnberatung ggf. intensiviert. Gerade problematische Laufbahnen und individuelle Besonderheiten haben wir im Blick und so gelingt es i.d.R., keine Schüler*in ohne einen mittleren Schulabschluss von der Schule entlassen zu müssen.

In dieser Jahrgangsstufe finden i.d.R. vor den Herbstferien die Besinnungs- und Orientierungstage im Jugendhof Lennestadt statt. Im Fokus dieser als fünftägige Klassenfahrt konzipierten Zeit stehen der Übergang von der Kindheit zum Erwachsenenalter, die Identitätsfindung und die Werteerziehung. Auch im Rahmen des Boys- und Girls-Days erhalten die Schüler*innen noch einmal die Gelegenheit, sich mit ihrer beruflichen und persönlichen Zukunft auseinanderzusetzen. Dieser Tag wird an unserer Schule als Zukunftstag für die gesamte Stufe getrennt nach Jungen und Mädchen genutzt. Herr Wennmacher als Ansprechpartner für das Programm für die Jungen und Frau Wickert- Kilincel als Ansprechpartnerin für das Programm für die Mädchen organisieren gemeinsam mit anderen Kollegen und Kolleginnen und außerschulischen Experten einen Tag für die Jugendlichen, der sie zur Reflektion ihrer Person, ihrer geplanten Zukunftsgestaltung, ihres sozialen Miteinanders anregt. Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass der Tag immer für große Zufriedenheit und Denkanstöße bei den Jugendlichen gesorgt hat.

Im zweiten Halbjahr beginnt die Vorbereitung der Kurswahlen für die Oberstufe. In ausführlichen Informationsveranstaltungen werden Schüler*innen und Eltern zunächst von unserer Oberstufekoordinatorin Frau Knipping und Fachlehrer*innen der Sekundarstufe II über die Besonderheiten des Kurssystems und die Bedingungen für die Fächerwahl in der Oberstufe informiert. In der Oberstufe neu wählbare Fächer wie z.B. Pädagogik werden den Klassen vorgestellt. Die zukünftigen Tutorinnen und Tutoren nehmen sich anschließend Zeit für die individuellen Schüler-Laufbahnberatungen und lernen so ihre zukünftigen Schützlinge kennen, bevor wir sie nach erfolgreichem Abschluss der 9. Klasse bestens vorbereitet in die guten Hände des Oberstufenteams unserer Schule übergeben.