Evaluationskonzept

Ansprechpartner: NN

Allgemeines
„Evaluation ist das Bemühen, die Qualität von Schule zu verstehen, in der Absicht, sie weiter zu entwickeln.“ (Michael Schratz)

Zum professionellen pädagogischen Selbstverständnis unserer Schule gehört die Reflexion unserer schulischen Arbeit. Durch die Evaluation nehmen wir systematisch und kontinuierlich die schulische Arbeit durch Sammlung, Analyse und Bewertung von Informationen in den Blick und prüfen sie. Auf Basis der Ergebnisse entwickeln wir Maßnahmen zur Verbesserung und leiten Aspekte zur Weiterarbeit ab. Evaluationsvorhaben werden dabei aus eigenem Antrieb angestoßen und realisiert, andere werden aufgrund von schulaufsichtlichen Vorgaben durchgeführt.

Bei den vorgegebenen Evaluationsgegenständen handelt es sich beispielsweise um:

    • die Analyse der Ergebnisse der Lernstandserhebungen in Klasse 8
    • die Analyse der Ergebnisse der zentralen Prüfungen in der EF
    • die Analyse der Abiturergebnisse
    • Stärken- und Schwächenanalyse durch die Steuergruppe

Evaluationsgegenstände, die sich aus unserer schulischen Arbeit ergeben, beziehen sich auf:

    • den Unterricht
    • die Schulentwicklung
    • das Schulklima
    • das Schulleben
    • Wettbewerbe
    • Fahrten
    • Konzepte in verschiedenen Bereichen

Die Evaluation basiert auf vier möglichen Aspekten, die abhängig vom Evaluationsvorhaben in unterschiedlicher Intensität wichtig sind. Sie dient

    1. dem Erkenntnisgewinn, wie Weiterarbeit sinnvoll zu gestalten ist.
    2. der Dialogfähigkeit, um basierend auf sicheren Daten in einen Diskurs mit den betroffenen Personen einzutreten.
    3. der Kontrolle, um den Erfolg durchgeführter Maßnahmen zu überprüfen.
    4. der Belegbarkeit, um sich auf Basis gewonnener Erkenntnisse rechtfertigen zu können.

Vorgehensweise bei der schulinternen Evaluation
Nach Auswahl des Evaluationsbereiches wird das Ziel der Evaluation bestimmt. Dieses wird in der Regel auf eine Kernfrage reduziert, um den Untersuchungsgegenstand genau zu definieren und die Untersuchung nicht zu weit auszudehnen. Anschließend werden Kriterien festgelegt, an denen diese Kernfrage festgemacht wird. Im Weiteren werden Indikatoren gesucht, anhand derer die Kernfrage rundum beleuchtet beantwortet werden kann. Anschließend folgt die Suche nach der Datenerhebungsmethode sowie das Sammeln der Daten. Nach der Auswertung der erhobenen Daten und ihrer Verschriftlichung bzw. Visualisierung ohne jegliche Interpretation wird die Schulleitung über das erfolgte Evaluationsvorhaben informiert. Es folgt abschließend die Bewertung der Ergebnisse durch die für den Evaluationsbereich zuständigen Personen, der Abgleich mit der Soll- Situation und die Planung weiterer Maßnahmen, wenn es nach Datenanalyse erforderlich scheint.

Nach H. Mittelstädt, 2006; 48-51

Abb. Zur Vorgehensweise bei der schulinternen Evaluation am Gutenberg- Gymnasium

Bei der Wahl der Datenerhebungsmethode wird zunächst die Erhebungsmethode in den Blick genommen, woraufhin das Erhebungsinstrument ausgewählt wird, das für die Evaluation am geeignetsten erscheint. Folgende Methoden und Instrumente werden jeweils in den Blick genommen:

Erhebungsmethode Erhebungsinstrument
Beobachtungen offene Beobachtung in freier Form, Beobachtungsbogen, kollegiale Hospitation
Dokumentenanalyse Protokolle, Ergebnisse von Vergleichsarbeiten, Statistiken, Dokumente, Klassenarbeiten, Klassenbuch
Strukturierte Gespräche Leitfadengespräche, Beratungsgespräche, Interviews, Reflexionsgespräche
Kommunikative Verfahren Blitzlicht, Zielscheibe, Stimmungskurve
Schriftliche Befragung Fragebogen, Online- Befragungen, Kartenabfrage, Evaluationsspinne,

Regelmäßige Evaluationsmaßnahmen zur Qualitätsentwicklung
In regelmäßigen Abständen evaluieren verantwortliche Lehrer selbstverantwortlich ihren Tätigkeitsbereich im Rahmen des außerschulischen Engagements.

Des Weiteren werden jährlich nach Bedarf weitere Evaluationsvorhaben in größerem Umfang durchgeführt, um gerade aktuelle Arbeitsbereiche zu überprüfen und Zielsetzungen für die weitere Arbeit festzulegen. Im Schuljahr 2014/ 2015 stand die Evaluation der Medienerziehung im Fokus, um am Medienkonzept der Schule weiterarbeiten zu können. Außerdem wurden ab diesem Schuljahr jährlich die Projekttage unter verschiedenen Fragestellungen evaluiert. Im Schuljahr 2015/ 2016 wurde die erstmals durchgeführte Englandfahrt evaluiert, um zu überprüfen, ob diese Fahrt ins Fahrtenkonzept der Schule aufgenommen werden soll. Im Schuljahr 2016/2017 wurden eine Zufriedenheitsanalyse unter der Elternschaft durchgeführt sowie einige Aspekte der Mittelstufenarbeit auf den Prüfstand gestellt. Im darauffolgenden Schuljahr wurde das neu entwickelte Förderangebot in Klasse 8 in der Eltern- Lehrer und Schülerschaft evaluiert. Auch die Bundesjugendspiele wurden in diesem Schuljahr untersucht. Im Schuljahr 2018 / 2019 wurde das Wahlverhalten in den MINT- Fächern zur Oberstufe hin untersucht und im ersten Halbjahr 2019/ 2020 unter den Lehrern das zur Vorbereitung auf die Zeugniskonferenzen veränderte Verfahren.

Festlegung von Evaluationsgegenständen und Dokumentation
Die Festlegung, welche Bereiche mit welcher Zielsetzung evaluiert werden, erfolgt durch verschiedene Schulorgane. Hier sind zunächst Schulleitung und Steuergruppe zu nennen, darüber hinaus können Fachschaften, Arbeitsgruppen sowie Vertreter der einzelnen Gremien und Einzelpersonen Evaluationsgegenstände benennen. Die Initiatoren führen die Evaluation – gemäß der o.g. Vorgehensweise – selbstständig durch und werden bei Bedarf durch die Evaluationsbeauftragte beraten und unterstützt.

Die Ergebnisse von Evaluationen werden an die Evaluationsbeauftragte weitergeleitet und durch diese zentral und für alle zugänglich abgelegt. Ziel ist die Transparenz für alle Kollegiumsmitglieder, zudem können erfolgte Evaluationen als Inspiration oder auch Vorlage für weitere Evaluationsvorhaben dienen.

Literatur:
Becker, Gerold, von Ilsemann, Cornelia, Schratz, Michael (Hrsg): Qualität entwickeln: evaluieren. Friedrich Jahresheft, Seelze: 2001
Mittelstädt, Holger: Evaluation von Unterricht und Schule, Verlag an der Ruhr, Mühlheim an der Ruhr: 2006.