Allgemeines
In Nordrhein-Westfalen folgt nach dem Beginn mit der ersten Fremdsprache Englisch als zweite Fremdsprache entweder Latein oder Französisch.

In den Klassen 6 und 7 wird die zweite Fremdsprache vierstündig, ab Klasse 8 und 9 (bei Latein bis Stufe EF)  mit 3 Wochenstunden unterrichtet. Der Unterricht in der zweiten Fremdsprache wird bei uns in der Regel im Klassenverband unterrichtet.  Die zweite Fremdsprache ist ein schriftliches Fach wie Deutsch, Mathematik und die erste Fremdsprache auch, d.h. es werden darin Klassenarbeiten geschrieben. Nach der APO- S I (zuletzt geändert durch Verordnung vom 2.11.12) werden je 6 Arbeiten in den Klassen 6 und 7, dann 5 in den Klassen  8 und 4 in den Klassen 9 geschrieben, die in 6 bis zu einstündig, in 7/8 einstündig und ab Klasse 9 ein- bis zweistündig sind. Der zweiten Fremdsprache kommt im Hinblick auf die Versetzungsentscheidung die gleiche Bedeutung wie den Fächern Deutsch, Mathematik und erste Fremdsprache zu, sie ist also wie diese ein „Hauptfach“. Mit der Versetzung in die Klasse 7 wird die Erprobungsstufe erfolgreich abgeschlossen und damit eine neue Stufe der Schullaufbahn der Schülerinnen und Schüler erreicht. Um das Abitur zu erlangen, müssen Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums mindestens zwei  Fremdsprachen belegt haben. Man kann freiwillig auch eine dritte oder gar vierte Fremdsprache belegen. Dies ist zu Beginn der Klasse 8 (als Differenzierungs-Kurs) und in der Jahrgangsstufe EF (als Grundkurs oder bei den fortgeführten Fremdsprachen ab Q1 auch als Leistungskurs) möglich. Wer also z.B. in der Klasse 6 Latein gewählt hat, kann Französisch freiwillig in Klasse 8 – oder umgekehrt – wählen. Am GuGy kann alternativ ab Klasse 8 das Fach Spanisch hinzu gewählt werden. Zu Beginn der Jgst. EF wird darüber hinaus auch Spanisch und Italienisch angeboten. Ob ein Kurs zustande kommt, liegt allerdings am Wahlverhalten der Schüler/innen. Die Wahl der 2. Fremdsprache sollte sorgfältig überlegt werden. Sie ist nicht nur wichtig für die weitere Schullaufbahn, sondern auch von Bedeutung für Studium und Berufswahl. Die Schüler/innen erhalten im Unterricht über die beiden Fremdsprachen jeweils eine Informations- bzw. Mitmachstunde. Darüber hinaus erhalten die Eltern bzw. SchülerInnen einen Informationsflyer, der noch einmal alle wichtigen Auskünfte bezüglich der Sprachwahl enthält. Zudem veranstaltet das Gutenberg-Gymnasium stets einen Informationsabend, an dem jeweils eine Französisch-Kollegin/ein Französisch-Kollege sowie eine Latein-Kollegin/ein Latein-Kollege über das Fach informiert und sich den Fragen der Eltern stellt. Unabhängig hiervon findet immer am Tag der offenen Tür unserer Schule bereits eine Mitmachstunde in diesen beiden Fremdsprachen statt, die den SchülerInnen bereits eine Einführung in die jeweils zu erwartenden Lerninhalte gibt.

Sprachenwahl: Vorstellung des Fachs Latein

An Latein führt kein Weg vorbei für den,

  • der Lust auf abwechslungsreiche Themen über die Welt der Römer im Schulbuch hat,
  • der somit Kenntnis europäischer, aus der Antike fortwirkender Traditionen als Beitrag zu vertieftem Gegenwartsverständnis erlangen will, die in anderen Fächern, z.B. im Fach Geschichte, immer weniger vermittelt werden: Elementarkenntnisse der griechischen und römischen Geschichte, antiker Mythen, philosophischer Grundgedanken und – darauf aufbauend – ein umfassendes Kulturverständnis von Werken der bildenden Kunst, der Literatur und der Musik,
  • der wichtige Beispiele der lateinischen Literatur aus Antike und Mittelalter im ursprünglichen Text kennenlernen möchte,
  • der den besonderen Wert der lateinischen Sprache und des Lateinunterrichts für den Erwerb von Einsichten in die grammatische Struktur von Sprache überhaupt – Sprachreflexion! – sowie des Lateinischen als Basissprache zahlreicher moderner europäischer Sprachen nutzen will – dies insbesondere im Hinblick auf Französisch als 3. Fremdsprache (ab Klasse 8) und auf Spanisch oder Italienisch als 3. oder 4. Fremdsprache (ab Klasse 10),
  • der sich im gründlichen Lesen und Erfassen anspruchsvollerer Texte üben will,
  • der seine muttersprachlichen Fähigkeiten verbessern möchte,
  • der üben will, genau hinzusehen, nicht sofort aufzugeben, gründlich zu lesen, exakt zu unterscheiden, richtig zu kombinieren,
  • der sich in den vielfältigen (auch modernen) Wortschöpfungen der Fachterminologie und der Werbung leichter zurechtfinden will,
  • der von Lateinkenntnissen profitieren will bei einem Studium der Rechtswissenschaften, Literaturwissenschaft, Archäologie, Kunstgeschichte, Psychologie oder der Medizin,
  • der in Fächern der philosophischen Fakultäten sein Examen bzw. seinen Master machen will, wie z.B. in Deutsch, Geschichte, Englisch, Französisch und in anderen Sprachen,
  • der also nicht Gefahr laufen will, das Latinum später an einer Universität unter erheblich erschwerten Bedingungen nachholen bzw. deshalb seinen ursprünglichen Berufswunsch aufgeben zu müssen.

Mit Latein als 2. Fremdsprache lässt sich das Latinum erreichen, wenn es von Klasse 6 bis Stufe EF/2 belegt und am Ende von EF/2 mit mindestens ausreichenden Leistungen abgeschlossen wird. An den Hochschulen in NRW (die Situation in anderen Bundesländern ist ähnlich) werden folgende Latein-Qualifikationen verlangt:

  • Latinum
    Lehramt für die Sekundarstufe II (Deutsch, Fremdsprachen, Geschichte, kath./evang. Religion, Philosophie)
    kirchliche Examina (kath./evang. Theologie)
    Bachelorstudiengänge der philosophischen Fakultät (z.B. Geschichte, Philosophie, Archäologie, Kunstgeschichte)
    z.T. Promotion an den philosophischen, theologischen und anderen (z.B. rechtswissenschaftlichen) Fakultäten.

Sprachenwahl: Vorstellung des Fachs Französisch

  • ist als lebendige Fremdsprache zur weltweiten Verständigung als Amtssprache in den Organen der Europäischen Union, als Amtssprache in 37 Ländern und als wichtige Handelssprache angesichts der Globalisierung der Wirtschaft sowie als verbreitete Wissenschaftssprache von herausragender Bedeutung,
  • ist eine wichtige Kultursprache, die den Zugang zu einzigartigen literarischen Werken,Philosophie, Kunst, Theater und Film weit über die Grenzen Frankreichs hinaus erschließt,
  • ermöglicht die Kommunikation mit der viertgrößten Wirtschaftsmacht der Welt und dem wichtigsten Handelspartner Deutschlands,
  • bietet daher ideale Voraussetzungen und legt Grundlagen für die spätere Berufswahl. Diese können durch den Erwerb des DELF, des einzigen national und international anerkannten Sprachdiploms, das vom französischen Ministerium für Bildung vergeben wird, um eine wichtige Zusatzqualifikation erweitert werden.
  • lässt Schülerinnen und Schüler mit dem reizvollen Kultur- und Ferienland Frankreich in Beziehung treten,             was wir schon seit über 30 Jahren in der Schulpartnerschaft mit Chauny besonders pflegen; die Schülerinnen und Schüler haben dadurch Gelegenheit, über den Schüleraustausch mit Gleichaltrigen Kontakte zu pflegen und durch die Gastfamilien das Alltagsleben im Nachbarland lebendig kennen zu lernen. Solchen Fahrten schließen sich oftmals wiederholte Begegnungen an, und es entstehen anhaltende Freundschaften,
  • erscheint schwieriger zu lernen als es ist: Natürlich verlangt es neue Hör- und Sprechgewohnheiten, aber die systematische Grammatik lässt die Schreibweise klarer erschließen als z. B. im Englischen. Genaues Denken und Arbeiten werden so von Anfang an geschult, erfordern aber auch einen ausreichenden Zeitrahmen zum Erwerb der Sprache, so dass ein möglichst frühzeitiger „Lerneinstieg“ sinnvoll erscheint,
  • wird anhand des Lehrbuchs „A plus“ unterrichtlich vermittelt. Dieses Lehrwerk ist:
  • „aktuell, indem es landeskundliche Informationen auf neuestem Stand vermittelt,
  • schülerorientiert, weil Voraussetzungen und Bedürfnisse der Lernenden im Mittelpunkt stehen, ohne auf systematische Wissensvermittlung zu verzichten,
  • interkulturell konzipiert, so dass Schüler lernen, über sich und ihre Lebenswelt ebenso wie über die in französischsprachigen Ländern zu sprechen,
  • lernförderlich, indem es mit praktischen Lern- und Arbeitstechniken „das Lernen lernen“ durch Vermittlung selbständigen und entdeckenden Arbeitens und Übens unterstützt.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Beherrschung einer zweiten modernen Fremdsprache Kommunikationsmöglichkeiten und Berufschancen in der modernen, globalisierten Welt deutlich verbessert.

Evaluation
Als direkte Evaluation kann sowohl die Resonanz der Eltern am Elterninformationsabend als auch die der Schülerinnen und Schüler nach den Schnupperstunden gewertet werden. Insbesondere aber das Wahlverhalten gibt Aufschluss über die Bewertung der Information. Weitere Evaluationselemente wie ein Fragebogen für die Eltern, ob sie sich gut informiert fühlen, bzw. einer für die SchülerInnen, warum sie sich für die jeweilige Sprache entschieden haben, wären sinnvoll zu entwickelnde Elemente.