Weltkindertag: Die Organisation Cap Anamur / Deutsche Not- Ärzte e.V. zu Gast am GuGy

Am Weltkindertag, dem 01.06.2016, kam der Vorsitzende der Hilfsorganisation Cap Anamur / Deutsche Not – Ärzte e.V. , Dr. Werner Strahl, an das Gutenberg-Gymnasium nach Bergheim. Herr Strahl berichtete den Schülern aus den Jahrgangstufen EF und der Q1 von den aktuellen Projekten der Organisation. Im Frühjahr letzten Jahres hatte die Schule einen Sponsorenlauf veranstaltet, dessen  größter Teil des Gewinns  an  Cap Anamur für das Projekt Pikin Paddy in Sierra Leone für ein Kinderheim gespendet wurde. Zu Beginn der Veranstaltung leitete Schulleiter Stefan Thies der Veranstaltung ein und informierte über das Leben des Gründers der Organisation, der am Tag vor dieser Präsentation verstorben war: Cap Anamur wurde 1979 von dem am 30. Mai 2016 verstorbenen Rupert Neudeck sowie seiner Frau Christel Neudeck und  einigen ihrer Freunde, darunter auch Heinrich Böll, gegründet.
Er investierte sein ganzes Geld in den Kauf eines Schiffes, mit dem er zehntausende Menschen nach dem Vietnam Krieg aus dem südchinesischen Meer rettete. Man hatte das Schiff so umgebaut, dass Menschen vor Ort sofort medizinisch versorgt werden konnten. Das Schiff wurde zum Namensgeber der Organisation. Beeindruckt waren die Gäste an diesem Abend zunächst durch die Struktur der Organisation: Sie besteht lediglich aus 15 Vereinsmitgliedern, wird nicht vom Staat, sondern nur durch Spendengelder von Privatpersonen unterstützt und investiert keinerlei Ausgaben für Werbung im Fernsehen, Zeitungen oder Medien, damit das Geld wirklich nur für die Bedürftigen eingesetzt wird.
Die Mitglieder reisen als Privatpersonen mit einem Urlaubsvisum in die Einsatzgebiete. In Kriegs- und Krisengebieten schaffen sie Strukturen, die das Leben der in Not geratenen Menschen dauerhaft verbessern: mit der Instandsetzung und dem Aufbau von Krankenhäusern und Schulen, der Aus- und Weiterbildung einheimischer Mitarbeiter sowie der Bereitstellung von Baumaterialien, Hilfsgütern und Medikamenten. Herr Dr.Werner Strahl berichtete von den ersten Schritten des Projekts: „Wenn wir uns entscheiden in ein Land zu fahren, nehmen wir so wenig Ausrüstung wie möglich und sehr viel Geld mit. Wir kaufen die benötigten Versorgungsmittel vor Ort und unterstützen so den lokalen Markt“. Bis zum heutigen Zeitpunkt ist Cap Anamur in ca. 60 Ländern, größtenteils  in Afrika und Asien tätig, wie zum Beispiel in Afghanistan, Sierra Leone, Uganda und dem totalitären Nordkorea (hier als weltweit einzige Organisation). Weitere Projekte rund um den Globus werden bereits seit Jahren durch Cap Anamur betreut  (Ukraine, Sudan, Nepal…). Die Erzählungen der Erfahrungen Strahls aus erster Hand ließen die Schülerinnen und Schüler beeindruckt zurück: „Es ist beeindruckend, dass ein so kleines Team von 15 Mitgliedern so viel erreichen und bewegen kann.“  und „Ich bin erschüttert, was Menschen auf dieser Welt durchleben müssen.“  waren nur zwei der Schüleraussagen, die zeigen, dass es für alle Beteiligten ergreifend war, die Berichte von schrecklichen Situationen und die benötigte Hilfe von jemandem zu hören, der an all diesen Orten hilft und sein eigenes Leben dafür einsetzt. Homepage: http://www.cap-anamur.org/ K. Ebel und die Schüler des EK-Grundkurs der EF