Wir gratulieren dem Abiturjahrgang 2020 – Ein verrückter Dreh ist abgeschlossen!

Wer hätte gedacht, dass am Ende des Schuljahres 2020/21 eine so schöne Abiturfeier stehen würde? Lange war es ungewiss, ob und in welchem Rahmen das Abitur und eine anschließende Zeugnisübergabe stattfinden könnte. Aber schließlich fand das Abitur 2020 – mit Verspätung – statt und eine festliche Abiturfeier durfte auch geplant werden.

Die Abiturienten und Abiturientinnen machten aus der Not eine Tugend: Unter Berücksichtigung aller Hygienevorschriften beschlossen sie, dass sie noch einmal zusammenkommen und gemeinsam mit ihren Tutoren und Leistungskurslehrern feiern wollten. Ihre Familien konnten in der Schule leider nicht mitfeiern, so viele Menschen wären nicht erlaubt gewesen. Dennoch schmückten die frisch gebackenen Abiturienten mit viel Energie und Kreativität die Aula. Im Zentrum stand ihr Motto: „Abiversal – 12 Jahre durchgedreht“ und die Rückseite der Aula schmückten die Banner, die eigentlich für die Mottowoche vorgesehen gewesen waren.

Zunächst einmal wurden die Abiturienten und Abiturientinnen am Morgen des 26. Juni 2020 aber von ihren Lehrern überrascht, die sie spalierstehend auf dem Schulhof begrüßten und beklatschten, ehe es gemeinsam in die Aula ging.

Auch das Programm dieser ungewöhnlichen Abiturfeier hatte das Abiballteam liebevoll gestaltet und so begrüßte Insa Heyen mit dem Titel „Speechless“ von Naomi Scott musikalisch die Anwesenden, bevor Frau Schwingel mit ihrer Rede begann.

Von Herzen verwies unsere Schulleiterin darauf, dass diese Feier mit Freunden kein Trostpreis sei, auch wenn die Abiturienten und Abiturientinnen es verdient hätten, mit ihren Familien zu feiern. Frau Schwingel berichtete, dass sie am 3. April, der der letzte Schultag hätte sein sollen, mit den – damals noch – Q2-Schülern mitgefühlt habe. Gleichzeitig aber stellte sie fest, dass die GuGy-Abiturienten durch die Situation keinen Schaden genommen hätten. Im Gegenteil, Frau Schwingel bestätigte noch einmal, dass es den jungen Menschen am GuGy gelungen sei, „Realität produktiv zu verarbeiten“. Hier zitierte sie den Pädagogen Klaus Hurrelmann, spielte auf die Identitätsbildung junger Menschen an und erklärte, dass die GuGy-Abiturienten ihr Reifezeugnis wirklich verdient hätten. Stolz erwähnte sie, dass es im Abiturjahrgang 23 Schülerinnen und Schüler geschafft hätten, die Note 1 vor dem Komma auf ihrem Abiturzeugnis stehen zu haben. Zwei von ihnen erreichten sogar eine glatte 1,0! Aber Leistung und Noten sind nicht alles und so erinnerte Frau Schwingel daran, dass für viele in den letzten acht Jahren das GuGy eine Art Heimat gewesen sei, in der sie im gegenseitigen Respekt miteinander gelebt und für ihre Träume gekämpft haben. Frau Schwingel betonte herzlich, dass sie keine Bedenken habe, den jungen Menschen unseres Abiturjahrgangs 2020 die Zukunft anzuvertrauen. Die Welt sei nicht perfekt, aber sie könne besser bemacht werden. Abschließend forderte Frau Schwingel die Abiturienten und Abiturientinnen auf, den Mut zu haben, die eigenen Träume zu verwirklichen, denn – nach dem Pädagogen Erik Erikson – gebe es kein zweites Leben auf Reserve.

Es folgte die Videobotschaft des Bürgermeisters Volker Mießeler, der aufgrund der besonderen Situation auch nicht anwesend sein konnte. Herr Mießeler bezeichnete das diesjährige Abitur-Drehbuch als wahres Drama, aber erinnerte daran, dass das erfolgreiche Erreichen des Ziels umso wertvoller sei, je steiniger der Weg gewesen ist.

Hannah Koch und Hannah Kopp hielten eine unterhaltsame, aber ehrliche Schülerrede, in der sie ihre Schulzeit Revue passieren ließen und für einige Lacher sorgten. Ihre Zeit am GuGy nehmen sie als eine Zeit des Fortschritts, der Erfahrung und der Reife wahr. Allerdings fällt es ihnen schwer, sich an ihren letzten Schultag zu erinnern, denn an diesem Tag wusste man noch nicht, dass es der letzte sein würde. Etwas ironisch benannten Hannah und Hannah Alternativen zu ihrem Abimotto: „Und es hat Zoom gemacht“ in Anspielung an die Zoom-Konferenzen während der Schulschließung; oder „Abi in der Tasche – besser eingesteckt statt angesteckt!“ in Anspielung auf den Corona-Virus. Trotz allem oder vielleicht wegen allem zeigten sich die beiden Schülerinnen stellverstretend für ihren Jahrgang aber dankbar. Sie betonten, dass sie die Unterstützung der Schule und der Lehrerinnen und Lehrer sehr zu schätzen wüssten und bedankten sich für eine wunderbare Schulzeit.

Alle Anwesenden hatten einen kleinen Kompass auf ihrem Platz liegen, mit dem zunächst keiner etwas anzufangen wusste. Aufgelöst wurde dieses Rätsel durch Sophie Mey und Jasmin Koszyk, die ein paar Gedanken äußerten, die sonst im Gottesdienst Platz gefunden hätten. Der Kompass sei ein Instrument, das einem den Weg weist. Oft sei es schwierig gewesen, Entscheidungen zu treffen, aber es sei immer jemand da gewesen: Freunde, Eltern, Lehrer… Sophie und Jasmin stellten fest, dass sie ihren Kompass immer dabeigehabt, ihn aber nicht immer gesehen hätten. Falsche Entscheidungen seien Herausforderungen und sie bedankten sich bei ihren Familien und Lehrern für die ständige Begleitung in den vergangenen Jahren.

Im Anschluss erinnerte Laura Peters mit dem Lied „When we were young“ von Adele sich musikalisch an vergangene Zeiten. Paula Großmann begleitete sie am Klavier.

Während die Lehrerinnen und Lehrer die Abiturienten vor Beginn der Abiturfeier überrascht hatten, taten dies nun die ehemaligen Schüler. Ganz im Sinne ihres Mottos „Abiversal“ überreichten die Moderatoren des Vormittags Laura Peters und Till Korreck jedem Leistungskurslehrer einen Oskar für eine bestimmte Kategorie und zeichneten diese dadurch besonders aus!

In ihrer Rede erklärten die Tutoren der Jahrgangsstufe, Frau Hansen und Herr Wennmacher, diese für den besten Cast. Diese Trilogie – gemeint sind die EF, Q1 und Q2 – habe eine hochkarätige Besetzung gehabt, die mit Humor und Organisationstalent gesegnet gewesen sei. Die beiden Lehrer, die diese Jahrgangsstufe drei Jahre begleitet hatten, erklärten, dass sie sie vermissen werden. Das gaben die Abiturienten und Abiturientinnen gerne zurück: Auch sie werden die Schule vermissen.

Bevor die offizielle Zeugnisvergabe begann, zeigte das Abiballteam eine Diashow mit Erinnerungen an ihre Schulzeit am GuGy. Stimmungsvoll begleitet wurde diese an zwei Klavieren von Paula Großmann und Lukas Höver.

Stolz erhielten unsere Abiturienten und Abiturientinnen nun endlich ihre Abiturzeugnisse. Geschafft!

Das GuGy gratuliert seinen frisch gebackenen Abiturienten und Abiturientinnen zu ihrem Abitur ganz herzlich und wünscht allen für die Zukunft viel Glück und Erfolg!

 

Text: A. Gregor
Fotos: E. Meinecke & A. Gregor