Wissenschaft goes Schule: das neunte Junior Science Café am GuGy

Am 25.11.2014 fand das Junior Science Café zum Thema „Generation Head Down – Mein Leben in WhatsApp, Facebook & Co – Chancen, Gefahren und Sicherheit sozialer Netzwerke“ statt. Eröffnet wurde das Café durch die beiden Moderatorinnen Alexandra Pesch (Klasse 8a) und Jana Nießen (Klasse 8c). Sie freuten sich, so viele Zuhörer in der Mensa begrüßen zu können, mussten doch extra noch Stühle besorgt werden, da der Andrang größer war als erwartet.

Die Moderatorinnen stellten zunächst die Experten für den Abend vor: Zu Gast waren der Doktorand Andreas Disterhöft von der Heinrich- Heine- Universität Düsseldorf aus dem Fachbereich Informatik sowie Prof. Dr. Isabel Zorn von der Fachhochschule Köln aus dem Fachbereich Medienwissenschaft / Medienpädagogik. Nach einer kurzen Vorstellung ihrer Person und ihres Themenschwerpunktes durch die Experten, führten die Moderatorinnen gekonnt durch den Abend, gaben das Wort für Fragen an die Zuschauer ab und trieben die Diskussion durch eigene Fragen voran. Thematisiert wurden, vor allem durch Andreas Disterhöft, Aspekte des Datenschutzes, Sicherheitslücken bei sozialen Netzwerken, Verschlüsselungsmethoden etc. Großes Interesse zeigte sich beim Thema Sicherheit beim Mailen, zu dem Herr Disterhöft Empfehlungen aussprach, die für einige Zuschauer neu waren und diverse Nachfragen zur Folge hatten. Am Ende war aber das Publikum zufrieden und fühlte sich auch zu diesem Thema bestens informiert.

Prof. Dr. Isabel Zorn referierte eher über die soziale Komponente der Internetnutzung. Die Anfangsfrage, warum man eigentlich Facebook etc. benutzt, ergänzte sie nach Ideen aus dem Publikum treffsicher mit dem Aspekt des Spaßes, des Zusammengehörigkeitsgefühls, der Selbstdarstellung, des Teilens von Informationen etc. Sie warnte allerdings vor der oft gängigen Praxis, zu viel von sich preis zu geben, da es dadurch auch zu Datenmissbrauch kommen könne. Auch die mittlerweile verloren gehende Privatsphäre gab sie zu bedenken ebenso wie die falsche Interpretation von Daten aus dem Internet durch Dritte. Sie machte darauf aufmerksam, dass gerade durch den Besitz und das Mitführen von Handys Unbefugte all unsere Schritte und Kommunikation nachvollziehen könnten. Bezogen auf die Schule machte sie darauf aufmerksam, wie wichtig es sei, den Umgang mit den neuen Medien zu thematisieren und einzuüben sowie Bewusstsein für die Gefahren zu schaffen. Die Nutzung dieser neuen Technik gehöre mittlerweile zur Bildung, referierte Prof. Dr. Isabel Zorn weiter. Man könne aber auch tolle Sachen mit der neuen Technik machen, schon mit relativ kleinen Kindern. So gebe es beispielsweise ein Projekt, bei dem man zunächst Knetmännchen formen müsse, um daraus dann einen Film auf dem Computer zu erzeugen. Diese Technikanwendung fasziniere Kinder ungemein. Nicht erstrebenswert dagegen sei, Kindern auch noch in Kindergärten oder Grundschulen weitere Technik anzubieten, sondern die Medienkompetenz solle durch Reflexion und nicht sinnlose Anwendung ausgebildet werden.

Nach ca. 90 Minuten angeregten Gespräches mit den Experten zeigte sich das Publikum am Ende auf jeden Fall zufrieden mit den vielen beantworteten Fragen, aber auch sensibilisiert für das Thema Sicherheit im Internet und verantwortungsvoller Umgang mit den neuen Medien. Beendet wurde das Café mit Danksagungen an den Vertreter der Deutschen Telekom Stiftung, die die AG und das Café sehr unterstützt hat, sowie einen extra aus Berlin angereisten Vertreter von Wissenschaft im Dialog, die die Durchführung der Junior Science Cafés schon seit Jahren fördern. Zudem wurde den weiteren AG- Teilnehmern und damit Mitorganisatoren gedankt sowie der AG-Leiterin Ellen Meinecke. Ausdrücklich hervorgehoben und gelobt wurde die Leistung der beiden Moderatorinnen durch den Schulleiter Stephan Thies.