Geschichte des Gutenberg-Gymnasiums

1970 gegründet als naturwissenschaftliches und eher kleines Gymnasium stiegen die Zahlen bis zur Mitte der neunziger Jahre rasant an (bis auf über 1500 – geplant war ursprünglich eine Schule für 480 Schülerinnen und Schüler). Demographischen Faktoren geschuldet und ohne Blick auf die jetzt zu erwartende Drehtür G9-G8-G9 ist die Zahl der Schülerinnen und Schüler zwischen 800 und 900 in den letzten fünfzehn Jahren stabil. In etwa drei Jahren also, 2020, wird das Gutenberg-Gymnasium in Bergheim auf eine fünfzigjährige Schulgeschichte zurückblicken können – und dies sicherlich auch gebührend feiern.

Gerade unsere Schule ist genau für diese fünfzig Jahre ein exemplarischer Spiegel der bildungspolitischen Themen dieses halben Jahrhunderts: Der große Streit der sechziger und siebziger Jahre um Gesamtschule als einer Schule für alle oder doch das dreigliedrige Schulsystem findet im Verhalten der Eltern des Landes Nordrhein-Westfalen nach wie vor seine Antwort  –  sie melden an Gesamtschulen und Gymnasien gleichermaßen nachhaltig an.

In diese Jahre fallen die Themen Oberstufenreform, d.h. Einführung der differenzierten Oberstufe, Profilbildung der Schulen (und deren baldige Abschaffung), Erweiterung des Fächerkanons. Bunter geworden sind die Gymnasien, so auch unsere Schule, in den letzten Jahrzehnten, der Mädchenanteil in den Abiturjahrgängen überflügelt inzwischen fast die der männlichen Absolventen – der Anteil der Abiturientinnen und Abiturienten mit Migrationsanteil wird immer größer, er könnte trotz allem größer sein. Vor allem aber – der Prozentanteil der Abiturientinnen und Abiturienten ist etwa seit 2006 von 30 auf inzwischen 41 Prozent gestiegen. Machen wir uns nichts vor  –  diese hohe Zahl hatte und hat Folgen für das System, ist nur mit Förderung zu erreichen, aber andererseits, die 7% der fünfziger Jahre waren nicht die Begabtesten, sondern die Kinder der zahlungskräftigsten Eltern.

Gerade in dieses halbe Jahrhundert fällt aber auch eine unumkehrbare Entwicklung in der Gesellschaft, deren Folgen immer noch nicht abzusehen sind: die Einführung digitaler Medien auch und nicht zuletzt in die Schule. Da war unsere Schule und ist immer noch federführend, meist ihrer Zeit weit voraus. Manchmal auch, weil sie einem Trend nicht gefolgt ist. Gab es übrigens nicht auch einmal Sprachlabore? Diese sind gegangen, der PC oder Nachfolgekonzepte werden aber bleiben. Das ist sicher.

Die letzten zehn Jahre waren stark geprägt von der Einführung von G8 und seiner Optimierung. Das alles wird jetzt aber wieder in einer bundesweiten (besser: westländerweiten) Dynamik zurückgenommen. Die Einzelheiten kennt noch keiner …

In die genannten Jahre fallen aber auch die vier Bauphasen der Schule, die Errichtung des Zentralbaus mit seiner wandlungsfähigen Aula, der Errichtung des Anbaus, dann des Zusatzbaus mit den Musikräumen (B-Trakt).

Immer hatte das Gutenberg-Gymnasium Kontakt mit ausländischen Schulen, etwa der Schüleraustausch mit Chauny, der französischen Partnerstadt Bergheims, ebenso und noch immer mit Schulen in den USA, China und Italien.

Musik und Kunst haben und hatten ihren festen Platz in der Geschichte, in der bebilderten Geschichte der Schule. Die Naturwissenschaften, die beim Start im Zentrum standen, sind nach wie vor in guten Händen – die Gewährung des MINT-Siegels vor drei Jahren spricht hier überzeugend für sich.

Zurzeit unterrichten etwa 80 Lehrerinnen und Lehrer 840 Schülerinnen und Schüler, einige davon in der Internationalen Auffangklasse  –  das Gutenberg-Gymnasium hat sich in der Region einmalig in besonderer Weise gerade auch als Gymnasium der Integrationsaufgabe gestellt  –  für das kommende Schuljahr haben uns die Eltern von 133 Kindern das Vertrauen bei der Anmeldung in die Jahrgangsstufe 5 geschenkt. Es sieht spannend aus mit einem Blick in die Vergangenheit und den neuen politisch gewollten Gestaltungsaufgaben werden wir uns gerne stellen.