In den letzten drei Tagen haben wir uns gemeinsam mit Frau Rupert und Frau Hannappel im Zuge unserer Projektwoche „Grenzen überwinden“ mit dem Thema Obdachlosigkeit beschäftigt. Dabei haben wir nicht nur viel Neues gelernt, sondern auch Menschen kennengelernt, die selbst von Obdachlosigkeit betroffen waren. Dieses Projekt hat uns gezeigt, dass hinter jeder Geschichte ein Mensch steckt.
Tag 1: Einstieg in das Thema
Am ersten Tag haben wir uns zunächst mit dem Thema Obdachlosigkeit beschäftigt. Gemeinsam haben wir die Dokumentation „Hausnummer Null“ angeschaut. Darin wurde das Leben eines obdachlosen Menschen gezeigt. Die Dokumentation hat uns einen ersten Einblick gegeben, wie schwer das Leben auf der Straße sein kann und mit welchen Herausforderungen obdachlose Menschen täglich kämpfen.
Tag 2: Begegnungen in Köln
Am zweiten Tag sind wir nach Köln gefahren. Dort haben wir Mike getroffen, der früher selbst obdachlos war. Er erzählte uns offen, dass er durch Drogen in die Obdachlosigkeit geraten ist und wie schwer der Weg zurück in ein normales Leben war.
Außerdem war Dirk dabei, der für das Magazin Draußenseiter arbeitet. Er war an einem Punkt in seinem Leben auch selbst kurz davor war, wohnunglos zu werden. Er hat uns zwei Tage lang begleitet.
Während unseres Rundgangs durch Köln erklärte uns Mike viele Dinge über das Leben in der Obdachlosigkeit:
- wie Menschen überhaupt obdachlos werden können,
- welche Möglichkeiten es gibt, wieder aus der Obdachlosigkeit herauszukommen,
- warum manche Bänke absichtlich so gebaut werden, dass Obdachlose dort nicht schlafen können. (Diese Bauweise nennt man defensive Architektur.)
- wo obdachlose Menschen auf Toilette gehen können,
- welche Notunterkünfte es gibt,
- und dass es Übergangswohnungen gibt, in denen Menschen für einige Tage unterkommen können, bis eine weitere Lösung gefunden wird.
Außerdem erzählte Maik von der Corona-Zeit. Für viele obdachlose Menschen war diese Zeit besonders schwierig. Gleichzeitig gab es aber auch viele hilfsbereite Menschen, die Essen oder andere wichtige Dinge vorbeibrachten.
Tag 3: Besuch in der Oase
Am dritten Tag besuchten wir die Oase, ein Café und Treffpunkt für obdachlose und wohnungslose Menschen in Köln.
Eine Mitarbeiterin führte uns durch das Gebäude und erklärte uns alles. Es gibt dort zwei Beratungsräume, in denen Menschen von Sozialarbeitern und dem Oase-Team Hilfe und Unterstützung bekommen können. Außerdem gibt es einen großen Aufenthaltsraum, in dem sie etwas essen, trinken, reden oder einfach gemeinsam etwas Zeit verbringen können. Jede/r ist willkommen, in der Oase vorbei zu kommen und in Kontakt zu treten.
An diesem Tag war auch Dirk mit seinem Hund Emma dabei.
Uns wurde außerdem ein Kleiderraum gezeigt. Dort können sich Menschen kostenlos Kleidung aussuchen, wenn sie etwas benötigen.
Später trafen wir noch zwei weitere Betroffene: Oliver und Peter. Sie erzählten uns ihre persönlichen Geschichten. Einer war durch Depressionen in die Obdachlosigkeit geraten, der andere wegen einer schweren Krankheit. Dadurch haben wir verstanden, dass Obdachlosigkeit viele verschiedene Ursachen haben kann.
Ein besonderes Erlebnis war, dass auch ein WDR-Team dabei war und uns während des Projekts gefilmt hat. Der Beitrag wird am Freitag, den 17. Juli 2026, um 19:30 Uhr im Sender WDR Lokalzeit Köln ausgestrahlt.
Was wir gelernt haben
Dieses Projekt hat uns viele wichtige Dinge gezeigt:
- Man sollte obdachlosen Menschen immer auf Augenhöhe begegnen und sie mit Respekt behandeln.
- Man sollte zuerst fragen, was sie wirklich brauchen, anstatt einfach etwas zu geben.
- Jeder Mensch kann durch Schicksalsschläge wie Krankheit, Arbeitslosigkeit oder persönliche Probleme in die Obdachlosigkeit geraten.
- Obdachlose Menschen sind ganz normale Menschen mit Gefühlen, Träumen und einer eigenen Geschichte.
- Es ist wichtig, Menschen nicht nur auf ihre Obdachlosigkeit zu reduzieren.
Der Unterschied zwischen wohnungslos und obdachlos:
Wohnungslos bedeutet, dass jemand keine eigene Wohnung hat, aber zum Beispiel in einer Notunterkunft, einer Übergangswohnung oder bei Freunden unterkommt.
Obdachlos bedeutet, dass jemand keinen festen Schlafplatz hat und meist auf der Straße oder an öffentlichen Orten übernachten muss.
Unser Fazit
Dieses Projekt hat unsere Sicht auf das Thema Obdachlosigkeit verändert. Wir haben gelernt, nicht vorschnell über Menschen zu urteilen. Hinter jedem Menschen steckt eine Geschichte, die wir oft nicht kennen. Deshalb sollten wir allen Menschen mit Respekt, Freundlichkeit und Verständnis begegnen.
(Valeen (8a), stellvertretend für die Projektgruppe)
